Eine renommierte Filmuni namens F.W. Murnau-Universität (!) irgendwo in Europa: Student Bruno (Alberto Amarilla) ist durch den kürzlichen Tod seiner Eltern traumatisiert und verunsichert. Dementsprechend glaubt ihm erst einmal keiner, als er im Archiv der Uni bei seinen Recherchen zu seiner Seminararbeit auf bizarre mittelalterliche Experimente mit der so genannten Thanatoskopie trifft, bei der ein Alchimist mit einem Apparat versuchte, den letzten Augenblick eines Menschen im Moment des Todes auf eine fotografische Platte zu bannen versucht. Mit seiner Kommilitonin Arianna (Oona Chaplin) untersucht er diese Experimente immer weiter und es häufen sich rätselhafte Todesfälle an der Uni, die sehr den damaligen Experimenten ähneln...
Stefano Bessonis italienisch-spanisch-irische Ko-Produktion kam, soweit ich weiß, bei uns nicht mal auf DVD heraus. Ich hatte mir in Spanien die DVD mal billig auf Verdacht gekauft -oft mag ich spanische Thriller- und immerhin hat sie auch eine englische Tonspur, so dass ich also was verstand. Allerdings war der Film eher, trotz der vielversprechenden Prämisse (die ein bisschen auch an Dario Argentos "Vier Fliegen auf grauem Samt" erinnert), etwas dämlich und vorhersehbar.
Ich habe manchmal nix gegen formelhafte Horrorfilme, aber Bessoni macht es sich sehr einfach. Seine Schockeffekte riecht jeder halbwegs wache Zuschauer 10 km gegen den Wind, die ewiggleichen Soundeffekte machen den Film auch nicht aufregender und der völlig überforderte Hauptdarsteller Alberto Amarilla stolpert derartig somnambul durch den Film, dass gegen ihn Chuck Norris wie Philip Seymour Hoffman wirkt. Auch die anderen Schauspieler chargieren munter vor sich hin. Einzig die legendäre Geraldine Chaplin als Mäzenin der Universität macht ihre Sache gewohnt souverän.
Der neben Geraldine Chaplin einzige andere Pluspunkt des Films ist seine schöne und stimmungsvolle Set-Ausstattung, die es schafft, die Universität im Film (wo er komplett spielt) sozusagen aus der Zeit herausfallen zu lassen, so dass man zwar ahnt, dass der Film in der Gegenwart spielt, aber nicht genau weiß, ob dies nicht doch schon ein paar Jahre her ist. Der Zuschauer sieht nichts modernes, kein Auto, kein PC, kein Handy etc. Diese Zeitlosigkeit ist konsequent durchgezogen und atmosphärisch sehr gelungen, aber für mich auch der einzige Pluspunkt.
In Spanien war der Film ab 13, hierzulande wäre er aufgrund einiger leicht blutiger sicher eher ab 16 oder gar 18 freigegeben worden, aber selbst wenn der Regisseur schocken will, wirkt's eher lahm und uninspiriert.
Somit ein müder und vorhersehbarer Stuss ohne großen Effekt, dessen Nichterscheinen hierzulande man nicht bedauern muss. 3/10.