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Romantischer Kampf gegen Konventionen

Heutzutage ist in Deutschland (und gerade in meiner geliebten Heimatstadt Köln) zum Glück Einiges absolut keinen Eklat, Skandal oder Schlagzeile mehr wert. Egal ob homosexuell, Größenunterschiede, verschiedene Hautfarben oder eben Altersunterschiede bei Pärchen - eigentlich ist alles erlaubt was keinem Anderen schadet, genauso wie es sein sollte. Aber selbst heutzutage entwickelt sich die träge, oft dumme Gesellschaft so langsam, dass von einer hass- & vorurteilsfreien Gesellschaft in Deutschland noch keine Rede sein kann, geschweige denn in Nachbarländern wie Russland. Wie war das wohl erst in den prüden, verklemmten 50er Jahren in einem kleinen US-Städtchen wo jeder jeden kennt? Genau darum dreht sich das Melodrama-Meisterwerk All That Heaven Allows - der Kampf einer wahren Liebe zwischen zwei alters- & klassen-ungleichen Menschen.

Wenn man böse & ehrlich ist, kann man sagen, dass selbst im Kern neuerer Schundwerke ala Twilight, Soaps oder Fifty Shades of Grey Versatzstücke einer solchen Romanze zu finden sind. Aber ebenso erkennt man am direkten Vergleich, wie billig, stillos & platt heutige Liebesgeschichten geworden sind. Und von unserer Gesellschaft, Frauenbildern oder scheinheiliger Emanzipation will ich gar nicht erst anfangen. Nicht viel realistischer, aber mit so viel mehr Klasse, Gefühl, Stil & Herz waren die Filme aus einer goldenen Zeit Hollywoods. Von den neueren Liebesfilmen können da für mich nur Wenige mithalten, Wie ein einziger Tag wäre da als Ausnahme zu nennen.

All That Heaven Allows berührt mich jedes Mal aufs Neue. Kitsch mit Klasse. Schon allein die Aufnahmen in goldig-herbstlichen Farben, die Liebe zur Natur des Hauptdarstellers & im Gegensatz dazu die unverschämte Ignoranz & Vorurteile der Gesellschaft inklusive der Kinder der verbitterten Witwe sind immer wieder sehenswert & nicht weltfremd. Auch wenn man eigentlich weiß, dass es sich hier nicht um einen realistischen Film handelt & am Ende doch bestimmt alles gut wird. Für mich war Douglas Sirk nie wirklich besser, Rock Hudson nie männlicher, eine reife Frau selten realistischer als die großartige Jane Wyman. Eigentlich schlechter Geschmack wird hier so stilvoll aufbereitet, dass nicht weniger als ein Meisterwerk mit ganz wenigen Schwächen dabei raus kam. Gelungene Sozialkritik & absolute Must-See Romanze!

Fazit: ein Film für die wahre Liebe & so goldig wie der Herbst!

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