Immer, wenn eine neue Idee am Zuschauer funktioniert hat, dauert es meist nicht allzu lange bis sich etliche Nachahmer finden, die sich bemühen den Stoff auf ihre ganz eigene Weise zu verwerten und zu veramschen. So erging es folgerichtig auch vielfach Jim Camerons Kultfilm Terminator. Und einer seiner erklärten Rip Offs ist der vorliegende Streifen Steel American Cyborg Warrior (in Deutschland schlicht zu "American Cyborg" vereinfacht). Ja, und wie der grenzwertig dämliche Titel schon erahnen läßt: Mit sonderlichem Einfallsreichtum waren dessen Macher nun wahrlich nicht gesegnet. Aber kein Problem, tummelten sich in der filmischen Endzeitlandschaft Hollywoods doch genug Vorbilder bei denen man wenig sich dezent und einfach "Inspirationen" holen konnte. Kommen wir also ersteinmal kurz zur haardünnen Storyline...
Wir befinden uns im Amerika der nahen Zukunft. Die Menschheit hat endgültig einen Atomkrieg entfesselt und sich intelligenterweise zurück in die Steinzeit gebombt. Die Staaten sind feinsäuberlich umgepflügt, die Metropolen liegen in Trümmern und Hunger wie Seuchen plagen die niedergeschmetterte Spezies des Homo Sapiens. Doch damit nicht genug für unsere geplagten Nachfahren. Denn zudem haben intelligente Computer und Maschinen die Geschicke an sich gerissen und führen ein unerbittliches Regiment. Deren Herrschaft wird nicht zuletzt durch den Umstand gestützt das die wiederspenstigen Menschen mittlerweile steril geworden sind und sich nicht mehr aus eigener Initiative fortpflanzen können. - Sehr ungelegen kommt es den blechernen Lehnsherrn da natürlich, dass sich in den Straßen der U.S. offenbahr doch noch eine junge Frau herumtreibt, die Nachwuchs in die Welt setzen kann. So senden sie flugs einen bärbeißigen, schnauzbärtigen T-800 Verschnitt (John P. Ryan) aus, um die brutbegabte Dame in handliche Fetzen zu schneiden. Doch diese hat auf ihrer Flucht derweil Hilfe gefunden. Der desillusionierte Haudegen Austin (Joe Lara) steht der werdenden Mutter fortan auf ihrer Queste um das Überleben der Menschheit bei. ...
So da hätten wir es nun. Das Rezept für einen klassischen B-Movie nach Langfingerart. Man nehme eine Prise Blade Runner, vermenge sie mit einem Esslöffel Mad Max und rühre noch eine gute Handvoll Terminator hinzu. Das Ganze streiche man dünn auf einige Meter Zelluloid und fertig ist das Gericht "stählerner Cyborgkrieger nach amerikaner Art". Und so baut sich der Film auch denkbar "terminatorlastig" auf. Wie beim besagten Kultcyborg verfolgen wir den Kampf des wackeren Main-Chara-Paares um die Errettung der Menschheit und gegen die erbarmungslose Killermaschine. War Camerons Werk allerdings noch sehr gut durchdacht und strukturiert, so hat der Plot dieses Streifens im Gegensatz mehr Löcher als ein schweizer Käse: Warum schafft es das allmächtige Roboterregime gerademal lediglich einen einzigen, lumpigen Killerbot auf diese so wichtigen Zielpersonen anzusetzen? Und warum hat der tapfere Verteidiger der Heldin Mary (Nicole Hansen) (Spoiler) tppuptne enihcsaM egitrewhcielg sla tsbles ßulhcS ma hcis re lhowbo (/Spoiler) zunächst so verblüffend wenig Chancen gegen den ledergewandeten, blonden Assassinen? - Nun, zugute kommt den Beiden auf der Hatz, dass der Schnauzbart-Terminator offenkundig Zielen gelernt hat als Treffen noch nicht Mode war und so kommen sie ihm natürlich stets um's berühmte Haarbreit noch davon. Verschnaufpausen bringen ihnen die diversen Teilsiege gegen den weißblonden Weißblechhühnen allerdings nur selten ein. Denn merkwürdige Schwuchtelpunks, ranzige Atomkannibalen und anderes Gesockse dürsten nur danach, den Lückenfüller für den Hauptbösewicht und Ersatzpunchingballs für Held Austin zu spielen.
Szenarien und Spezialeffekte zeugen in technischer Hinsicht vom klammen Geldsäckel der Filmemacher. Die aufwendigsten Effekte sind noch die Regenerationsszenen des Cyborgkillers. Abgesehen davon sind nur einige plumpe Fights und Scharmützel drin. Hauptsächlich duellieren sich die Akteure allerdings budgetfreundlich im Handgemenge vor den Kulissen einer notdürftig zum Endzeitszenario aufgepeppten Abrißfabrik. Auch der Sound orientiert sich, wie auch der Rest des Streifens, unleugbar am großen Vorbild des Terminators, ohne dabei aber unangenehm aufzufallen.
F A Z I T :
Alles in allem haben wir hier einen mittelprächtigen Terminatorclon nach "Schema F" vor uns. - Die Story ist so dünn wie voller Lücken und Logikfehler und doch: Irgendwie läßt sich dieses in der Tradition des Achtzigerjahreactionfilms (der Film entstand 1994) angesiedelte B-Werk ganz gut ansehen. Freilich: Über die Storyline sollte man tunlichst nicht näher nachdenken und die Spezial Effects wirken nach heutigen Standarts (sowie nach damaligen) eher bescheiden. Aber alles in allem bietet American Cyborg brauchbare Actionkost, die mir für einen anspruchslosen, good ol' fashioned Filmabend zwischendurch allemal gute Kost lieferte. Im DVD-Regal muß man den Sach allerdings meiner Meinung nach nicht zwingend stehen haben. Es sei denn man legt gesteigerten Wert auf die ungeschnittene Version. Denn wie so ziemlich alles was dieser Tage so an Actionstoff über den deutschen TV-Schirm flimmert, so wird auch dieser Film standardmäßig bei heutigen Ausstrahlungen der diversen Sender obligatorisch geschnitten.