Unterhaltsamer, wenn auch trashiger Endzeitreißer mit einigen Anleihen bei bekannten Vorbildern.
In einer postapokalyptischen Zukunft leben die Menschen (wie so oft) in einer zerstörten und teilweise verseuchten Welt und müssen sich (wie so oft) gegen die Maschinen behaupten, die sie (wie so oft) durch Cyborgs kontrollieren. Nach dem wieso fragt man besser nicht und akzeptiert das gewöhnliche Endzeitactionszenario und bestaunt die für ein B-Picture recht aufwendigen Locations, die zudem herrlich dreckig rüberkommen.
Es gibt nur noch eine gebärfähige Frau Mary (Nicole Hansen). Sie trägt ihr Baby als Fötus in einer Kanister durch die Gegend und soll von Widerständlern gegen die Cyborgs zum Hafen gebracht werden. Dazu hat sie nur ca. 1,5 Tage Zeit und außerdem ist ein Killercyborg (John P. Ryan) hinter ihr her, der mal eben die Widerständler mitsamt Marys Nicoles Leibgarde auslöscht. Doch auf ihrer Flucht gen Hafen trifft sie Austin (Joe Lara), den sie mit Versprechen einer Belohnung als Beschützer gewinnen kann.
Die Story von „American Cyborg“ ist sicherlich nicht sehr originell, klaut bei anderen Filmen und besitzt einige Logiklöcher. Warum trägt Mary ihr Baby nicht normal aus, sondern schleift es in einem Kanister mit sich rum, der es zudem nur wenige Tage am Leben erhält? Doch nur aus Gründen der besseren Optik und der oberflächlichen Dramatik (ablaufende Zeit usw.), aber gegen jede Logik. Zudem ist vieles aus Albert Pyuns „Cyborg“ und „Terminator“ (bei dem schon „Cyborg“ klaute) entliehen, so dass Innovationen ausbleiben. Immerhin ist die Spannungskurve dann ganz OK und es wird einem auch nicht langweilig.
Positiv zu bewerten ist die Atmosphäre, die in den sehr gut gemachten Locations schön rüberkommt. Zwar hat man das Design (Fabrikhallen, Kanalisation, jede Menge Autowracks etc.) schon oft gesehen, aber hier wirkt es zum Glück nicht unecht wie in diversen anderen Billigfilmen. Auch von der Regie her wird das Ganze recht solide präsentiert; wenn auch ein wenig zu dunkel und mit etwas eintöniger, wenn auch eingängiger Musikuntermalung.
An Action gibt es den typischen Endzeitmix aus Geballer mit arg limitierter Munition sowie diverse Nahkämpfe mit und ohne Waffen. Die Schießereien sind ganz nett anzusehen, aber eher 08/15. Schöner sind die Nahkämpfe inszeniert, z.B. als Joe Lara unter den Kannibalen aufräumt. Auch der Härtegrad ist nicht ohne: Knochenbrüche, Blutspucken, Hauen und Stechen usw. Allerdings wendet sich der Film so an die Zielgruppe der Actionfans, die schon fast alles gesehen haben.
Schauspielerisch ist gar nichts los: Joe Lara und Fiesling John P. Ryan kommen jeweils mit einem einzigen Gesichtsausdruck aus und das sind auch nur 2,5 weniger als Hauptdarstellerin Nicole Hansen. Auch die Nebendarsteller sind nicht Rede wert; die meisten enden aber auch schon Minuten später dahingemetzelt.
Nette Endzeitaction für Fans des B-Action-Genres. Solide gemacht, wenn auch ohne große Innovationen.