Review

Es gibt viele Regisseure, die setzen sich beim Filmemachen ein Ziel. Entweder wollen sie durch beeindruckende, neuartige Bilder den Zuschauer gefangennehmen, oder sie wollen ihn zum Fürchten oder zum Lachen bringen, oder gar eine weltanschauliche Botschaft verbreiten. Kim Ki-Duk hatte wohl in erster Linie das Ziel, seinen Film irgendwie auf Spielfilmlänge zu bringen. Kaum irgendwas, was hier geschieht, ist motiviert, begründet oder nachvollziehbar. Erst einmal gibt es hier keine Insel, sondern einen See, auf dem sich ein paar Hausboote befinden. Dort wohnen oder vergnügen sich Männer mit Angeln und Besuchen leichter Mädchen. Den Bootsverkehr besorgt eine laut Hüllentext "bezaubernd schöne" Frau, die in Wirklichkeit nicht besonders attraktiv ist (Na gut, vielleicht Geschmackssache). Sie ist entweder stumm oder macht einfach nicht viele Worte. Irgendwann kommt dann ein Typ an, der offenbar seine Frau auf dem Gewissen hat. Er quartiert sich in eine der Hütten ein. Stoff für langatmige Einstellungen angelnder Menschen und vereinzelte Dialoge der Richtung "Gibt es denn hier nirgendwo eine Toilette?". Natürlich entsteht eine "amour fou" zwischen ihm und der Stummen. Beide haben masochistische Neigungen. Zum Glück sind dafür immer ein paar Angelhaken zur Hand. Kann das auf Dauer gutgehen??

Natürlich nicht, und dieser Film ist auch nicht gutgegangen. Wenn man sich die DVD von außen anschaut, hofft man auf wunderschöne Naturaufnahmen und eine tragisch-morbide Liebesgeschichte. Was man jedoch zu sehen bekommt, sind ein paar hässliche Hausboote im Regen und vor allem eine Menge Tierquälerei. Da wird zum Beispiel ein Vogel mitsamt Käfig lebendig im Wasser versenkt, oder einem Fisch wird auf beiden Seiten ein dicker Streifen abgeschnitten, und er wird, derart vor sich hinvegetierend, wieder ins Wasser geworfen. Durch die zahlreichen Unterwasseraufnahmen kann man das genau beobachten. Letztlich wird hier noch grausamer als in dem einen oder anderen Kannibalenschocker zu Werke gegangen, denn da mussten die armen Viecher wenigstens nicht künstlich lange leiden. Die beiden Hauptfiguren scheinen durch ihre (zeitweilige) Stummheit und ihr Experimentieren mit Angelhaken am Schicksal der Fische teilzuhaben. Sehr einleuchtend ist das aber nicht. Da rammt sich ein Typ ein paar Angelhaken ins Maul und röchelt dann rum wie ein Weltmeister. Selbstbestrafung? Lust am Schmerz? Man erfährt es nicht so recht. Das skurrile Treiben erfordert auch irgendwann Todesopfer unter den Fremden am See. Die Ansätze einer Kriminalgeschichte sind ziemlich missglückt, vor allem der konstruierte Schluss ("Meine Uhr ist ins Wasser gefallen, lass mal Taucher kommen!!") weiß nicht so recht zu gefallen. Das alles ist in eine ziemlich trübe Optik gehüllt. Komisch, dass bei diesem doch recht aktuellen Film so ein schlechtes Bild herauskommt. Keine Ahnung, ob das an der DVD-Umsetzung oder am Ausgangsmaterial liegt.

Wunderschöne Bilder? Fehlanzeige.
Erotik? Totale Fehlanzeige.
Sinnhaftigkeit? Fehlanzeige.
Tierquälerei? Volltreffer.

Empfehlenswert? Fehlanzeige.

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