Cassius Clay – besser bekannt als Muhammad Ali – ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Sportgeschichte. Daher war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Geschichte dieses leidenschaftlichen Kämpfers im Leinwandformat aufbereitet wurde. Und da es meist die Geschichten, die das wahre Leben schreibt, sind, die uns am meisten begeistern können, ist es auch nicht verwunderlich, dass der Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg von Ali so fesselnd ist.
Der junge Cassius Clay (Will Smith) hat gerade erst seinen ersten Weltmeisterschaftskampf gegen Sonny Liston (Michael Bentt) gewonnen, da überstürzen sich die Ereignisse. Zuerst wird sein guter Freund Malcom X (Mario van Peebles) Opfer eines Attentats, und dann wird er wegen Kriegsdienstverweigerung verurteilen. Im Rahmen dieser Verurteilung wird ihm die Boxlizenz und damit auch sein Weltmeisterschaftstitel entzogen. Ali ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Finanziell in arger Bedrängnis kämpft er dafür, wieder in den Boxring steigen zu dürfen und schafft es schließlich, gegen Joe Frazier (James N. Toney) um die Weltmeisterschaft boxen zu dürfen. Doch sein größter Kampf – der „Rumble in the Jungle“ gegen George Foreman (Charles Shufford) in Zaire – steht ihm noch bevor…
Diese Geschichte dürfte jedem Box-Fan in groben Zügen bekannt sein. Was diesen Film jedoch auszeichnet ist, dass er auch auf die Hintergründe dieses Lebensabschnittes Alis eingeht. So erfährt man (zwar keine weitreichenden, aber zumindest ausreichende) Details über sein Eheleben, ab und an Interessantes über sein Verhältnis zu seinen engsten Anvertrauten, wie zum Beispiel Trainer Angelo Dundee (Ron Silver), „Medizinmann“ Bundini Brown (Jamie Foxx), Manager Herbert Muhammad (Barry Shakaba Henley) sowie Reporter Howard Cosell (Jon Voight) und hin und wieder auch Einblicke in den Menschen Ali selbst. Will Smith erweist sich dabei als absoluter Glücksgriff für die Rolle des jungen Muhammad Ali. So großspurig wie einst Ali kann heutzutage wohl nur noch Smith auftreten, und das tut er hier auch exzellent. Die Sprüche Alis kommen bei ihm genauso kernig rüber wie sie wohl vor fast 40 Jahren erschienen. Das gibt dem Film ein gehöriges Stück Authentizität und bereitet sowohl dem Sport- als auch dem Filmfan Freude. Man muss zwar bemängeln, dass der Film in einigen Momenten sich unangenehm dehnende Längen entwickelt, aber irgendwie verwundert das auch nicht, wo wir ja schließlich über ein Mammutfilmchen von ca. 150 Minuten Lauflänge sprechen. Betrachtet man jedoch den Film mit ein wenig Distanz, muss man ganz einfach sagen, dass keine der Episoden aus diesem Lebensabschnitt Alis aus dem Film herausgeschnitten werden dürfte.
Längen hin oder her: Insgesamt ist „Ali“ ein ansprechendes Boxer-Drama, das wohl alleine schon dadurch eine gewisse Faszination ausübt, dass der Zuschauer um die Realität der dargestellten Ereignisse weiß. 8 von 10 Punkten.