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Michael Mann erzählt in seinem Biopic von den prägendsten Jahren eines der größten, wenn nicht DES größten Sportlers den die Welt jemals gesehen hat. Seine Verdienste für die Emanzipierung der afroamerikanischen Bevölkerung der USA und anderswo ist ebenfalls nicht hoch genug einzuschätzen.

Cassisus Clay (beindruckend: Will Smith) wächst auf im Amerika in der Zeit der Rassentrennung, Diskriminierung und Anfeindungen von Afroamerikanern sind an der Tagesordnung. Er gewinnt 1960 in Rom die olypmpische Goldmedaille der Amateurboxer und ist fortan vor allem Dank seiner Schlagfertigkeit DER kommende Boxstar. Sonny Liston ist der erste, dem er den Schwergewichtsweltmeistertitel abnimmt, George Foreman sollte folgen. Doch Clay, der inzwischen zum Islam konvertiert ist und sich Muhammad Ali nennt und sich der zuweilen militanten Nation of Islam angeschloßen hat, ist vielen im weißen Establishment ein Dorn im Auge: er soll zum Wehrdienst in Vietnam eingezogen werden, weigert sich jedoch und bekommt 1967 seinen Weltmeistertitel aberkannt. Erst 1970 darf er wieder boxen, und nach einigen Aufbaukämpfen und einer Niederlage gegen Joe Frazier gewinnt er 1974 den Titel gegen den acht Jahre jüngeren George Foreman im legendären Rumble in the Jungle im heutigen Kongo zurück.

Der Kampf im ehemaligen Zaire ist der Höhepunkt des Films, mit zum Teil hypnotischen Bildern und einem grandiosen Score gelingt es Mann, die Zeit und die Gefühlslage der Menschen und von Ali einzufangen. Die tragische Freundschaft von Ali zu Malcolm X, seine politischen Aktivitäten und der Zeitgeist der 60er und 70er Jahre mit der Ermordung von X und Martin Luther King werden ebenfalls thematisiert, gehören sie doch ebenso zu Ali's Leben wie seine Kämpfe. Es ist die Gesamtheit, das Zusammenspiel von sportlichem Erfolg, der Glaube an seine eigene Stärke und an die Gerechtigkeit und das Gute in den Menschen die Ali zu der Person machen, die er auch heute noch ist. Ein Mensch der X Millionen Menschen Mut und Hoffnung gegeben hat und der mit diesem Werk, das trotz der ein oder anderen Länge fast durchgängig zu fesseln weiß eine würdige Verfilmung seiner Geschichte erfahren hat.

Fazit: wer etwas autobiographisches und soziokulturelles Wissen und Interesse über Ali und die Zeit hat wird bestens unterhalten und auch für den Rest sollte der Film so wie er ist durchaus funktionieren. (Anmerkung: ich beziehe mich auf den DC, die Kinofassung habe ich nicht gesehen)

8/10

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