Sehr nette Story, sehr gute Schauspieler, super Bild, Ali interessiert(e) mich auch...ich freute mich schon auf den Film, aber irgendwie wollte der Funke nicht richtig überspringen. Langsam, wartet man den einen Kampf bis zu dem nächsten Kampf ab. Das lustig daran ist, das in den 156 Min. grad' mal 2 - 3 Kämpfe stattfinden. Und DAS ist EINDEUTIG zuwenig! Das hab' ich von einem Klasse Michael Mann ("Heat", "Der letzte Mohikaner") eigentlich nicht erwartet. Alle Filme hatten bei 'Mann' ein realistisches bzw. glaubwürdiges Ende, aber bei "Ali" ist das Ende bzw. der ganze Film auf einer eher mystischen Seite verlegt worden...
Schauspielerisch:
Versteht mich nicht falsch... Smith spielt Cassius Clay (Ali) perfekt & glaubwürdig mit z.B. seiner frechen Schnauze (Reime, Spötteleien usw.). Seine Frau (Jada Pinkett Smith) spielt auch eine kleine Rolle - nämlich die 1. Frau von Ali: 'Sonji' (Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen ). Die ist aber so klein, das sie gar keine weitere Erklärung braucht.
(Habe den Film in englisch mit dt. Untertiteln gesehen)
Kamera:
Sehr gute Arbeit von Emmanuel Lubezki. Das Bild und die Aufnahmen in dem Boxring hätten nicht besser sein können! (Besonders gut gelungen: Die Ich-Perspektive in den Kämpfen und der darauf folgende Schlag des Gegners, der einen trifft, ist mit dem (sogenannten) Blur-Effekte sehr gut getroffen.) Aber in den Sonstigen Film-Aufnahmen ist es Standard-08/15-Kost, wie man es in jedem Hollywood-Film erwartet.
Sound & Musik:
Zum Sound kann man nicht viel sagen, da sehr wenig (oder gar kein!?) Raumklang besteht, ausser in den Kämpfen: Da könnte es nicht besser sein. Die dumpfen 'Punches' lassen einen richtig erschüttern! Anfangs wird musikalisch sehr viel auf (den damaligen) Soul & Jazz gelegt (nicht ganz mein Fall ) Aber in dem Film ist sie ganz nett bzw. stilistisch. Als Ali dann aber in Afrika ist (um gg. Foreman zu boxen) wird sehr viel afrikanische Volksmusik gespielt (unterlegt mit Sprüchen, wie z.B. "Bomoye, Ali" ("Töte Ihn, Ali"). Der Score passt im allg. auch ganz gut. (CD nach Vorstellung bekommen ;) )
Fazit:
"Ali" ist 100%ig kein "schlechter" Film, aber richtig berauschend ist er auch nicht. Mittelmaß, würd' ich sagen. GUTES Mittelmaß, was aber letztendlich nur an Smith liegt!
Für Box-Begeisterte/Fans eine (wie gesagt) mystische Geschichte, um DEN Sportler des letztens Jahrhunderts. Für alle anderen: Überlegt es euch 2-mal! Da mit dem Sieg gg. George Foreman (als er sich damals den Titel zurückgeholt hat) das Ende gekommen ist und VIEL zu plötzlich ausfällt...
P.S.: Pervers find' ich es, die Tötung von Alis "Bruder" Malcom X als 'Hey-ihr-Snarchdrüsen-AUFWACHEN-der-Film-ist-noch-lange-nicht-zu-Ende'-Szene zu benutzen... :-/