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Cassius Clay besiegt 1964 überraschend Sonny Liston und wird Schwergewichtsweltmeister. Kurz darauf konvertiert Clay zum Islam und ist fortan als Muhammed Ali bekannt, der zu einem der größten Boxer in der Geschichte wird. Doch als er den Kriegsdienst verweigert, droht ihm eine Gefängnisstrafe und seine Titel werden ihm aberkannt. Jahrelang kämpft Ali gegen eine Haftstrafe und kehrt in den Ring gegen Joe Frazier zurück. Den Kampf verliert Ali, doch aufgeben tut er nicht. 1974 will er es noch einmal beweisen und tritt gegen den Weltmeister George Foreman in Zaire zum Kampf an.

Wenn ein Film und dessen Regisseur sich zum Ziel gesetzt hat den Zuschauer über 2,5 Stunden zu unterhalten, muß er schon einiges an positiver Ablenkung aufbieten, das nicht weit vor Ende der Laufzeit der Poppes im Kinosessel schmerzt. Das ist Michael Mann hier größtenteils auch gelungen, aber dennoch bleiben doch der eine oder andere Kritikpunkt im Biopic des berühmtesten Schwergewichtsweltmeisters aller Zeiten zurück.
Mann konzentriert sich dabei im wesentlichen auf die Zeit zwischen dem Liston Kampf und Rumble in the Jungle. Allerdings verliert er sich einerseits in Details, auf der anderen Seite weist der Film seltsame Sprünge auf, so daß man als Zuschauer oft einen häh?-Effekt hat. So könnte man zu Beginn meinen gleich zweien Biographien beizuwohnen, denn Martin Luther King bekommt sehr viel Spielraum. Er bringt zwar den damaligen Cassius Clay zu Islam, ein sicher nicht unerhebliches Erlebnis, aber für meinen Geschmack zu ausgedehnt.
Meiner Meinung nach hätten eh zwei Stunden an Laufzeit ausgereicht, denn außer den Kämpfen wird zwar viel erzählt, aber über Ali selbst im Grunde zu wenig. Seine wichtigen Meilensteine, wie die Kriegsdienstverweigerung oder die daraus resutierende Aberkennung deserlangten Weltmeistertitels, sind zwar vorhanden und auch gut gespielt, aber irgendwie schien das mehr Füllsel dafür zu sein, wofür Ali (also die reale Person jetzt) eigentlich bekannt war und ist.
Höhepunkte sind aber absolut die drei wichtigsten Fights seiner Karriere gegen Sonny Liston, Joe Frazie und George Foreman, denen sich hier zum Glück auch ausführlich gewidmet wurde. Respekt hierfür an Will Smith, der sich nicht nur ordentlich Muckis antrainierte und auch Gestik und Mimik des Champ gut hinbekommt, denn auch im Boxring macht er eine gute Figur. Unterstützt wird er dabei von der absolut glänzenden Kameraarbeit, die den beiden im realen Leben natürlich Nichtprofis im Ring eine tolle Dynamik verleiht und an Perpektiventricks alles auspackt was möglich ist. Auch die typischen Bewegungen der Boxer oder Alis berühmtes Tänzeln sehen wirklich authentisch aus. Man sieht speziell bei Smith das der Fresh Prince sich hier auf seine Rolle über Wochen oder gar Monate vorbereitet hat.
Trotz wirklich aufwendiger Produktion und tollen Darstellern fühlte ich mich aber zu oft entweder verwirrt oder doch auch ein wenig *aufUhrschauend* um Ali eine wirklich hohe Punktzahl zu geben. Boxfans sollten aber auf alle Fälle mal einen Blick riskieren, allein schon wegen der tollen Kampfeinstellungen.
6/10

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