Review

MEDIUM:

Hier wird ein durchschnittliches Bild geboten ohne Referenzqualität, der Ton könnte ein wenig transparenter sein, d.h. der 5.1 Ton wird nicht voll ausgereizt und die Musik bleibt oft im Hintergrund und wird trotz aktionreicher Handlung kaum bewusst wahrgenommen. Das ganze kommt in einem praktischen Wendecover daher.

FILM:

Die Regisseure Scott McGehee und David Siegel sind noch nicht für andere bahnbrechende Filme bekannt und versuchen sich hier an einem an sich tollen Plot über 2 parallel laufende Geschichten und die Konsequenzen daraus. Das Paar Kate (Lynn Collins) und Bobby (Joseph Gordon-Levitt) wirft am 4. Juli eine Münze (Kopf oder Zahl) und die Story teilt sich ab hier in 2 Handlungsstränge, einem ruhigeren in dem sie auf Ihre Familie und "normale" Probleme von Beziehungen und Freundschaften treffen, und einen spannenden bei dem sie von bewaffneten Gangstern wegen einem gefundenen Handy verfolgt werden. Der Rest soll hier natürlich nicht verraten werden.

Diesen Fakt des Übernatürlichen muss man zuliebe der Story einfach hinnehmen und sich darauf einlassen, sonst funktioniert der Film nicht. Hat man dies getan wird man in dem Auseinanderhalten der jeweiligen Handlungsstränge dadurch unterstützt, dass in dem "Familienpart" das Paar meist grün angezogen ist (T-Shirt bzw. Kleid) und in dem "Gangsterpart" von Anfang an in Gelb entsprechend gekleidet sind. Das ist vor allem am Anfang hilfreich weil direkt ohne Vorankündigung immer hin- und hergeschnitten wird.

Beide Protagonisten sind ja erfahrene Schauspieler und spielen überzeugend Ihre Rolle, das trifft insbesondere auf Bobby (Joseph Gordon-Levitt) zu. Lynn Collins neigt - wie der Rest Ihrer Familie im Familienpart - leicht zum overacting und ihre Dialoge sind nicht vom feinsten. Weiterhin ist die deutsche Synchronisation nicht wirklich perfekt, sie kommt vor allem in den Familienszenen sehr beliebig und unmotiviert rüber.

Der Film ist somit zusammenfassend keine höhere Bewertung wert, weil man ihm zum einen die Independent Machart teils negativ anmerkt, d.h. diverse Dinge und Handlungsoptionen und das Ende wirken noch nicht ausgereift. Der Familienpart fällt weit hinter dem anderen in der Spannung und Ausgereiftheit zurück, es entsteht ein gewisses Ungleichgewicht und man seht sich oft nach dem nächsten Schnitt wieder zu der doch gut gemachten Actiongeschichte zu gelangen.

Dennoch funktioniert das filmische Experiment weitestgehend und unterhält auf leicht überdurchschnittlichem Niveau, für Thrillerfans mit einem Hang zum Phantastischen oder Science Fiction kann der Film schon empfohlen werden. Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten. Aus den Stories oder anderen, potentiell weiterführenden Drehbuchoptionen in der eventuellen Vermengung der Handlungsstränge o.ä. wäre ggfs. noch mehr rauszuholen gewesen. Es fehlt irgendwie die grosse Linie oder ein Storytwist um ein wirkliches Aha-Erlebnis zu erleben. So bleibt ein leicht schales Gefühl ganz am Filmende zurück welches als Abschluss des Films auch nicht wirklich zu überzeugen weiss.

6/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme