Nachdem der zweite Teil des Butterfly Effects enttäuschend ausfiel, da er einfach nur die Story des ersten Teils kopierte, hatte ich keine allzu hohen Erwartungen an den dritten Teil und hätte ihn mir garnicht erst angesehen, wenn ich nicht eine positive Bewertung darüber gelesen hätte.
In „The Butterfly Effect 3: Revelations” geht es um Sam, der in die Vergangenheit reisen kann und dort Verbrechen beobachtet. Anschließend hilft er mit seinen Observationen der Polizei beim Fassen des Täters und verdient sich damit seinen Lebensunterhalt. Doch er ist nicht nur Zeuge, sondern kann auch die Vergangenheit verändern, wie man später erfährt. Meist passiert dies unabsichtlich, doch natürlich greift er in den anderthalb Stunden Laufzeit des Films auch absichtlich ein.
Ein Fall, bei dem dies bereits früher passierte, betrifft Sams Schwester Jenna. Er ging zurück in die Vergangenheit und rettete sie aus dem brennenden Familienhaus, was allerdings den unangenehmen Nebeneffekt hat, dass stattdessen seine Eltern sterben müssen (dieses Schema zieht sich durch den gesamten Film, wie der Titel bereits andeutet und Fans der vorherigen Teile natürlich bereits wissen).
Interessanterweise funktionieren die Zeitreisen nicht wie im ersten Teil, wo bereits die intensive Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis ausreichte, sondern diesmal nimmt Sam jeweils ein kaltes Bad und schaltet das Licht aus, wenn es zur Sache gehen soll. In Kombination mit den Elektroden, die seine Gehirnströme messen, und Jenna, die aufpasst, scheinen dies einfach zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu sein.
Eines Tages taucht dann die Schwester seiner ersten großen Liebe auf, die damals ermordet wurde, und teilt ihm mit, dass der vermeintliche Täter bald hingerichtet wird. Sie weiß jedoch, dass er nicht schuldig ist, und bittet Sam, ihr zu helfen, was dieser zunächst ablehnt. Als er seine Meinung ändert und gegen den ausdrücklichen Rat seiner Schwester die Regeln bricht um in die Vergangenheit zurückzureisen und den Mord zu verhindern, wird in der gänderten Version nicht nur seine Exfreundin, sondern auch deren Schwester ermordet.
Dieses Schema wird dann noch einige Male wiederholt, Sam ist immer der Meinung, dass er die Probleme lösen könne („I can fix it!”) und Jenna rät ihm davon ab. Bei jedem Sprung in die Vergangenheit hat der Mörder seiner Exfreundin mehr Morde auf dem Gewissen und immer mehr gerät Sam selbst ins Visier der Polizei…
SPOILER
Wie sich bei der gefühlt zwanzigsten Reise in die Vergangenheit herausstellt,
ist Jenna der Serienkiller (Überraschung!). Ihr Motiv ist, dass diese Frauen Sam nicht verdient hätten, daher musste Jenna sie töten. Bei jedem Sprung in die Vergangenheit von Sam ändert sich natürlich dessen Zukunft und da er jedes mal eine andere Frau findet, häufen sich die Morde. Anschließend gesteht Jenna ihre Liebe und versucht zu erklären, dass Sam und Jenna etwas ganz besonderes seien und die herkömmlichen Regeln für sie nichts wert seien. Sams Begeisterung hält sich in Grenzen, stattdessen reist er ein weiteres mal in der Zeit zurück, diesmal erneut zum brennenden Haus. Dort lässt er Jenna absichtlich in den Flammen verbrennen und wacht dann in einer rosigen Zukunft mit Frau (die, die normalerweise ermordet würde) und Kind, lebenden Eltern und herzlichen Freunden wieder auf.
Die Moral von der Geschichte lautet, dass er bereits beim ersten Mal die Regel nicht hätte brechen dürfen (niemals in die Vergangenheit eingreifen) und seine Schwester nicht hätte retten dürfen, da durch jeden Eingriff, bei dem Menschen gerettet werden, um so mehr Menschen sterben müssen.
ENDE SPOILER
Alles in allem könnte der Film für jemanden, der den ersten und zweiten Teil nicht gesehen hat, noch unterhaltsam sein. Wer vom ersten Teil begeistert war und nun eine würdige Fortsetzung erwartete, wird vermutlich enttäuscht sein. Spannung kommt kaum auf, die Charaktere haben kaum Tiefe, die Auflösung des Rätsels wirkt billig und kaum überraschend. Mit Mühe ist das noch eine 5/10, sofern die Produzenten versprechen, dass sie da nicht noch einen vierten Teil hinterherschicken…