Story
1954. John Nash, in junger Mathematikstudent beginnt sein Mathematikstudium mit einem Stipendium an der Eliteuniversität Princton.
Der junge Mann ist besessen davon eine revolutionierende, mathematische Idee zu entwickeln. Dabei hat er den Ruf des eigenbrötlerischen, arroganten Widerlings.
Statt den täglichen Seminaren beizuwohnen wie all seine Mitstudenten, verbringt Nash seine Zeit z.B. damit Tauben zu beobachten, um deren Flugbahn vorher zusagen.
Während alle über das ganze Studienjahr verteilt schon allerlei Aufsätze veröffentlicht haben, sieht es von Nashs Seite her mau aus. Ihm fehlt immer noch die zündende Idee für seine Theorie. Die kommt ihm durch einen Zufall in einer Bar und öffnet ihm den Weg in die höheren Studienkreise. Er bekommt eine gute Anstellung und sein Leben scheint sich so zu erfüllen wie er es sich im vorgestellt hat. Endlich erhält er die Anerkennung, nach der er so sehnlichst gesucht hat.
Eines Tages, Nash hat schon längst zum Doktor promoviert, soll Nash für die amerikanische Regierung einen russischen Code entschlüsseln.
Es deutet alles daraufhin, dass die Russen einige Schläfer in Amerika eingeschleust haben und nun vorhaben eine tragbare Atombombe von verheerendem Ausmaß auf amerikanischen Boden zu zünden. Geheimdienstler William Archer nimmt an das die Russen via versteckter Codes über Zeitungen kommunizieren.
Nash soll nun diese Codes in den Zeitschriften finden und entschlüsseln. Seine Arbeit soll strenggeheim bleiben. Selbst gegenüber seiner jungen Frau Alicia gilt höchste Verschwiegenheit.
Zunehmens leidet Nash unter paranoiden Wahnvorstellungen, sieht russische Spione, wo keine sind, fühlt sich verfolgt und beobachtet.
Alicia ist sehr besorgt, weiß nicht was mit ihrem Mann geschieht, denn Nash sondert sich immer mehr von seiner Umwelt ab, kommt spät nach Hause und erzählt seiner Frau nichts.
Nach einer Vorlesung, bei der Nash Nerven durchgehen, wird er von dem Psychiater Dr. Rosen in eine Klinik eingewiesen. Die Diagnose lautet paranoide Schizophrenie. Es hat nie einen William Archer gegeben und Nash sollte auch nie Codes für die Regierung entschlüsseln. Dies ist alles nur seiner Phantasie entwachsen.
Heilungschancen: Keine.
Was mir gefallen hat:
Eines ist A Beautiful Mind mit Sicherheit nicht: Ein langweiliger Film über Mathematik.
Ob die Mathematik nun faszinierend ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Fakt ist, der Zuschauer benötigt keine besonderen oder gar tiefgründigeren Mathematikkenntnisse um dem Film zu folgen und ihn zu verstehen.
Die im Film angesprochenen mathematischen Probleme und die von Nash entwickelte Theorie, mit der er 150 Jahre Wirtschaftstheorie auf dem Kopf gestellt hat und für die er 1994 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften übereicht bekommen hat, werden dem Zuschauer in A Beautiful nicht einfach mit Worten an den Kopf geworfen, sondern schön anschaulich und verständlich in Bilder nähergebracht und verdeutlicht, so dass man den gedanklichen Prozess Nashs gut nachvollziehen kann. Und dies auch, wenn man nicht unbedingt eine Leuchte in Mathe ist.
Aber wie schon gesagt, ist A Beautiful Mind kein Film über Mathematik. Es geht in diesem Film viel mehr um Dinge wie Liebe, Selbstverwirklichung, die Suche nach Anerkennung, der Wunsch akzeptiert zu werden, aber auch um Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wahnsinn.
Ron Howard erzählt die Geschichte des geisteskranken Mathematikers mit sehr viel Einfühlsamvermögen und mit einer Authentizität, die den Zuschauer immer wieder zu Tränen rühren wird.
Obwohl John Nash das genaue Gegenteil eines netten Menschen und offensichtlich kein angenehmer Zeitgenosse war, entwickelt man über den ganzen Film hindurch so etwas wie Sympathie und Mitgefühl für diesen Mann.
In jeder Sekunde fühlt, leidet oder freut man sich mit ihm.
Durch bewegende und rührende Bilder, die nicht zuletzt der schönen und ruhigen Kameraführung von Roger Deakins zu verdanken ist, schildert Howard die Lebensgeschichte Nashs vom Anfang seiner Studienzeit bis zu der Verleihung des Nobelpreises.
Zu Beginn erlebt der Zuschauer die Geschichte aus der Sicht von John Nash. Man begleitet ihn auf seiner Suche nach seiner Idee, lernt ihn kennen und verstehen. Nash führt scheinbar ein gutes und für ihn sehr zufriedenstellendes Leben. Es erscheint auch nicht abwegig, dass ein begabter Mathematiker von der Regierung zum Code entschlüsseln angeworben wird. So lässt Howard den Zuschauer vorerst im Glauben, was um ihn herum geschieht sei normal. So steht der Zuschauer auf der gleichen Stufe wie John Nash und ist über die Wendung der Dinge genauso so überrascht und verwirrt wie Nash. Es gab einen Moment, wo ich selber ziemlich genau überlegen musste, was nun Wirklichkeit war und was nicht.
Interessant wird es wenn die Geschehnisse aus einer anderen Perspektive (die von Nashs Frau) gezeigt werden. Am kontrastreichsten fand ich die sehr unterschiedliche Wahrnehmung des alten Hauses. Hierzu eine kleine Erklärung. Nash hat von Archer die „Anweisung bekommen“ seine Entschlüsselten Codes in einen Briefkasten eines alten Hauses zu werfen. Hierfür wurde im eine Sonde in den Arm implantiert, mit der er bei Blaulicht eine bestimmte Zahlkombination auf seinem Arm erkennen kann. Mit dieser Kombination kann er dann das Haupttor öffnen und zum Briefkasten gelangen.
In Nashs Vorstellung ist dieses Haus ein wunderschönes, ordentlichgepflegtes, altes Haus. Vo dem Tor steht eine kleine Anlage mit diesem speziellen Blaulicht, mit dem er das Tor öffnen kann. Aus Alicias Sicht ist dieses Haus zwar immer noch ein altes Herrenhaus, aber in sichtlich renovierbedürftigen Zustand und das automatischöffnende Tor hängt schief in den Angeln. In dem auch schon sehr angeschlagenen Briefkasten findet sie die Briefumschläge, die Nash eingeworfen hat und die nie geöffnet wurden.
Nach eher actionreicheren Filmen wie Gladiator und Lebenszeichen – Proof of Life sieht man Russell Crowe endlich wieder in einem Film der sich auf dem Terrain eines Insiders bewegt.
Dabei haben die Rolle des Jeffrey Wigand und John Nash mehr miteinander gemein, als es auf den ersten Blick den Anschien hat.
Bei Figuren entstanden nach einem realen Vorbild (die beide noch Leben), beide Personen machen, wenn auch in einer anderen Art und Weise eine schlimme psychische Krise durch und schaffen es diese Krise zu überstehen. Und bei waren Wissenschaftler. Und letzen Endes hat Crowe für beide Rollen eine Oskarnominierung einstreichen können.
In „The Insider“ spielt Russell Crowe einen Wissenschaftler, der über erschreckende Kenntnisse über die Machenschaften der Tabakindustrie verfügt. Als er nach seiner Entlassung damit an die Öffentlichkeit treten will, wird er und seine Familie mit Drohbriefen und der gleichen terrorisiert.
In A Beautiful Mind mimt Crowe einen Mathematiker der von Ängsten zu Versagen geplagt wird und der nach der Anerkennung und Bestätigung sucht, die er in seinem vorherigen Leben vielleicht nicht bekommen hat. Besessen von dem Gedanke eine neue, revolutionierende Idee zu entwickeln verliert er den Kontakt zu seinen Mitmenschen und der Welt jenseits aller Formeln und mathematischen Gesetzen und vergisst dabei eins: Richtig zu Leben. Er „erschafft“ sich seine eigene Welt, in der er lebt und wirkt. Erst die erschütternde Diagnose auf Schizophrenie reißt ihn ins wirkliche Leben zurück.
Ironischer Weise erinnert Crowes Aussehen gegen Ende des Filmes stark an seine Rolle in The Insider. Die hellen Haare, diese Brille. War wohl ein kleines Déjà-vu.
In A Beautiful Mind kann Crowe nun endlich beweisen, dass er wirklich zu den ganz großen Schauspielern zählt. Er spielt seine Rolle mit einen Engagement und einer Glaubwürdigkeit die einen immer wieder aufs Neue verblüfft. Die Darstellung dieses Mannes wirkt erstaunlich lebensecht. Da fragt man sich: Wie macht dieser Kerl das?
Er bringt dem Zuschauer Figur John Nash auf eine Art und Weise näher, die einem erlaubt sich wunderbar in diese Person hinzuversetzen. Was muss das für ein grauenhaftes und erschütterndes Gefühl sein zu erfahren, dass die Menschen mit denen man zu tun hatte oder gar befreundet war nicht existieren? Wenn die Arbeit die du all diese Jahre geleistet hast umsonst war?
Diese bittere Erkenntnis, dieses erschütternde Erwachen aus einem Traum.. Der verstörte Blick, als er sich den Arm aufgeschnitten hat und nach der Sonde sucht, die er nie implantiert bekommen hat, der leere Blick als mit dem schreiende Baby auf dem Arm auf einem Stuhl saß. Russell Crowe bringt all diese Emotionen perfekt auf die Leinwand
Auch die anderen Schauspieler spielen ihre Rolle mit sehr viel Ernst, können aber nicht mit der Leitung Crowes mithalten und werden regelrecht in den Schatten gedrängt.
Auch wenn diesem Film eine gewisse Ernsthaftigkeit anhaftet, gab es durchaus auch Momente die mich zum schmunzeln oder gar lachen gebracht haben. Die ersten Worte die Nash zu seinem neuen Mitschüler gesagt haben waren: „Ich denke, es gibt eine mathematische Erklärung dafür, das ihre Krawatte so hässlich ist.“ Amüsant fand ich auch, wie Nash sich in der Bar einem Mädchen „vorgestellt“ hat und dafür prompt eine Ohrfeige kassiert hat. Unschlagbar ist allerdings Nashs Heiratsantrag, den ich hier aber nicht näher beschreiben möchte.
Neben all dem Wahnsinn, der Ernsthaftigkeit und dem Humor, bleibt nur noch eine schöne, romantische Liebesgeschichte zu erwähnen. Obwohl ich alles anderer als ein Romantiker bin und solche Filme eher meide, war ich von der Liebe zwischen Nash und Alicia mehr als angetan. Gott sei Dank hat Howard (bewusst) Klischees vermiedenen und die Liebe zwischen den beiden wirkt nie kitschig oder überzogen.
Alicias Liebe war es auch die Nash die nötige Kraft und Unterstützung gegeben hat zu lernen mit seiner Krankheit umzugehen und zuleben. Ohne sie hätte er dies nicht geschafft.
Was ich nicht so toll fand:
Kaum zu glauben, aber in dieser Sparte fällt mir absolut nichts ein. Einzig die Szene, in der Psychiatrie, wo Nash einer Schocktherapie unterzogen wird fand ich ziemlich erschreckend. Da wurde er an ein Bett gefesselt, bekam eine Spritze und ich glaube dann wurde Strom durch seinen Körper gejagt. Jedenfalls begann er wie wild auf dem Bett zu Zucken. Das sah echt schlimm aus. Ich bin zwar kein Mediziner, aber ich habe mich schon gefragt, was solche eine Therapie gegen Schizophrenie bewirken kann.
Fazit:
Vielleicht nicht das, was der Trailer erwarten lässt, aber ein sehr guter und absolut sehenswerter Film, den man allein schon wegen den genialen Leistungen der Schauspieler unbedingt gesehen haben muss.