Zunächst exotisch anmutend, kommt diese amerikanisch-japanische Co-Produktion, die im B-Bereich nicht allzu oft anzureffen ist, daher. Regisseur Toru Murakawa spult mit „New York Cop“ einen über weite Strecken zwar innovationslosen, aber dafür recht blutigen und schmutzigen Undercovereinsatz herunter, der mit seinen knapp 85 Minuten erfreulich geradlinig ausfällt.
Tôru Nakamura („Unloved“, „2009 Lost Memories”) gibt dabei den standardisierten Cop made in Asien ab. Soll heißen, er verfügt über die entsprechend Martial-Arts-Skills, ist ein ruhiger, höflicher Zeitgenosse und trägt das Herz am rechten Fleck. Sein neuster Auftrag führt in undercover ins verbrecherische Milieu von Brooklyn, wo er sich das Vertrauen von Gangster Hawk (Steve McQueens Sohn Chad, „Squanderers“, „Red Line“) erschleicht und in dessen Schwester Maria (Mira Sorvino, „Mimic“, „The Replacement Killers“) verliebt. Was für ein ungezogener Junge!
Die Inszenierung geriet hier dank des winterlichen Brooklyns überraschend atmosphärisch. Schmutzig, düster und wenig einladend ist die Gegend, in der sich Toshi da herumschlagen muss. So leicht wie sich sein Vorgesetzter die Sache ursprünglich vorstellte, ist dieser Job dann aber längst nicht. Nicht nur, dass ein Spitzel in der Abteilung alles weiterflüstert, ein Killer (markant: Andreas Katsulas, „The Fugitive“, „Executive Decision“) mäht einen verdeckten Ermittler nach dem anderen Weg.
„New York Cop“ setzt sich infolge weniger mit kniffeliger Ermittlungsarbeiten auseinander und beschränkt sich auf die einfacheren Elemente. So muss Toshi natürlich erst mal beweisen, dass er was taugt und später platzt dann auch mal ein Deal Hawks, was zu einer kleineren Verfolgungsjagd nebst Streifenwageneinsatz führt.
Neben den soliden Kloppereien erhalten die blutigen Shootouts viel Aufmerksamkeit. Mit roter Tunke wurde hier jedenfalls nicht gerade sparsam umgegangen. Ein paar ordentliche Blechschäden und eine Autoexplosion, die sich übertrieben gleich in ein Inferno verwandelt (ist da ein Auto oder eine Tankstelle explodiert?) sind spektakulärer Hinsicht noch zu ergänzen.
Schauspielerisch gibt es hier nicht viel zu tun. Chad McQueen wird nie in die Fußstapfen seines Vaters treten und glänzt mit routinierter B-Movie-Leistung, während Tôru Nakamura auch nicht gerade zur Oberschicht seiner Zunft zählt. Mira Sorvino hat dabei in einer Nebenrolle nur sympathisch zu sein und gut auszusehen – inklusive Bettszene mit Nakamura.
Fazit:
Bleibt zu resümieren, dass für Genrefans „New York Cop“ durchaus ein Blick wert ist. Zwar vermag hier kein Beteiligter kreative Wurzeln aus dem Boden zu reißen, aber grundsolide ist das hier Gezeigte allemal. Copkrimi aus der zweiten Liga, der anhand seiner dreckigen, schmutzigen Atmosphäre, der blutigen Action und des unwirtlichen Slumbezirks Brooklyn punktet.