Review

Srpski Film  (Unrated; O-Ton mit engl. Untertiteln; Pressefassung  2010)

Aufgrund der regen Diskussionen in diversen Internetforen sah ich mich innerlich aufgefordert diesen Film mal genauer unter die Lupe zu nehmen und habe mir die Pressefassung zukommen lassen. Es hat doch wahrlich eine Weile gebraucht bis ich einen legalen Weg fand den Film ungeschnitten zur Ansicht zu erhalten. Soviel vorab: Srpski Film wird es auch in Zukunft sehr schwer haben ungeschnitten ein DVD- oder Blue-ray-Release zu erhalten. Das hat zum einen etwas mit den Auflagen von ContraFilm und zum anderen mit dem expliziten Filminhalt selbst zu tun. Eine Prüfung durch die FSK ist bei Machwerken wie diesem hier erst gar nicht von Nöten; fast schon verwunderlich, dass Revolver Entertainment ein nur um etwa 3 Minuten geschnittenes GB-Release erwirken konnte.


Mir fällt es ehrlich gesagt sehr schwer diesen Film objektiv zu beurteilen; kann ihn letztendlich nur als provokative Monstrosität bezeichnen. Die Handlung dürfte mittlerweile bekannt sein (siehe Inhaltsangabe von wusselpompf); die technische Umsetzung, die Leistung der Darsteller und das Drehbuch haben letztendlich aber doch alle meine Erwartungen übertroffen. Ein bitterböses, bedrohlich-düsteres, die Abgründe menschlicher Sexualität ausschlachtendes Brechmittel! Selten habe ich gesellschaftskritische Parabel, Gewaltporno und Familiendrama so nah beieinander gesehen. Doch als was dieser schier ungenießbare Cocktail fungieren soll, bleibt wohl ungewiss. Nur eine Sache ist sicher: Der Film will dem Zuschauer seine eigene Sensationsgeilheit vor Augen führen…und ihn damit hoffentlich kränken! Ein geradezu traumhaftes Beispiel ereignete sich bei den FFF’s als Regisseur Srdjan Spasojevic seinen Film ankündigte. Er wies sein unvorbereitetes Publikum darauf hin, dass das, was sie jetzt sehen werden sehr, sehr schlimm sei, worauf er vom Publikum feierlich lachend bejubelt wurde. Knapp 60 Minuten später verließen die ersten Zuschauer bereits den Saal. Lachende Gesichter wurden (anhand der Beschreibung eines Bekannten der zugegen war) nach Filmende nur selten gesehen.


Ich persönlich kann den Film eigentlich nur abfeiern; nicht maßgeblich aufgrund des Inhalts, sondern vielmehr wegen der empörten Stimmen die sich gegen dieses Werk erheben. Bezüglich des Inhalts sei letztendlich nur zu sagen, dass Gezeigtes (und Angedeutetes) psychisch stark belastend, definitiv jugendgefährdend aber keineswegs plump oder stumpfsinnig ist. Der Film spiegelt einfach die heutige pervertierte und mediendominierte Gesellschaft wieder………von Innen wie auch von Außen.

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