Review

A SERBIAN FILM oder auch "Srpski Film" im Original von Regisseur Srdjan Spasojevic ist leider eine sehr grosse Mogelpackung in bezug auf die vermeintlichen Skandale die so um den Film herum künstlich geschnürrt werden. Dies ist wohl einzig und allein eine geschickte gestreute Marketing Aktion und ein PR Gag um den Film besser auch auf der aktuellen Torture Porn Welle reitend zu verkaufen. Dabei ist der Hauptdarsteller total cool und sympathisch dargestellt, eine Art optische Mischung aus Helge Schneider und Helge Timmerberg wem die bekannt sind. Als Pornodarsteller darüber hinaus mit einem guten Stück Penis ausgestattet könnte die Story für uns Freunde des kruden Films doch noch sehr unterhaltsam werden.

Leider ist das nicht der Fall. Um den Film überhaupt angemessen zu beurteilen wurde natürlich die uncut Version von rund 1:40 h gesehen. Diese enthält dann ungeschnitten die viel diskutieren Szenen in voller Form die allesamt einfach nur lächerlich sind. Wen das schockt der sollte lieber das Genre wechseln. Im einzelnen werden u.a. ein "frischgeborenes" Baby vergewaltigt, hier ist deutlich eine blutverschmierte Puppe zu sehen, oder bei einem Blow-Job ist der erigierte PLASTIK-Penis unseres potenten Protagonisten im Bild und - wie skandalträchtig - dieser ejakuliert der Frau dann noch mit Kunstsperma ins Gesicht und sie ist angewidert....

Später muss er dann ganze Reihen von Leichen "vergewaltigen".. ..das ganze könnte hier noch eine Weile fortgesetzt werden. Diese Szenen wirken in der Umsetzung und selbstzweckhaften und leider auch trashigen Art der Darstellung so billig, dass es den Film total unnötigerweise abwertet. Das schlimme ist, dass er es gar nicht nötig hatte diese Szenen so zu bringen da er ansonsten wirklich gut schaubar ist. Es geht hier nicht um Moral oder was man in Filmen zeigen sollte oder nicht - ich bin ein Freund jeglicher Härte und Grenzüberschreitungen in Filmen und denke in all den Jahren schon fast alles nennenswerte in auch extremen Richtungen in Form von Gewalt und/oder Sexualität gesehen zu haben.

Aber es geht um den Kontext und die Umsetzung - hier wirkt leider alles so billig wie z.B. aus dem Amateur Horror-Porno Bereich von Regisseuren wie Andreas Bethmann oder auch Werke von Jochen Taubert. Wer wirklich mal realistisch geschockt von Menschen und deren Taten und Handlungen sein will sollte sich hochwertige Filme wie jüngst DOGTOOTH oder auch BAD BOY BUBBY anschauen und sich nicht mit dem hier vorliegenden Torture-Porn-Puppentheater aufhalten.
 
Seine Stärken hat der Film durchaus, er glänzt mit einer für die Story doch relativ hochwertigen Ausstattung, also kein Trash. Am Anfang kommt er richtig gut, wie ein schräges Drama oder ein Ostblock-Thriller und man ist geduldig was noch passieren wird und schaut dem sympatischen Hauptdarsteller gerne bei seinen Erlebnissen zu. Auch die diversen Traumsequenzen sind gut und angemessen heftig.

Aber dann kommen eben die o.g. Möchtegern-Härte Szenen immer mehr in den Vordergrund und man hält nur noch durch weil man sich auf das Ende freut. Dies wiederum ist psychologisch sehr gut gelungen und tatsächlich wird hier auch durch einen kleinen Story Twist wirklich unnachgiebige Härte der Agierenden übermittelt. Da der Film sich aber selbst durch insbesondere die Härte-Szenen definiert und im Ganzen beurteilt werden muss kann hier nur eine deutlich unterdurchschnittliche Note vergeben werden.

3/10 Punkten

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