"A Serbian Film" - Was ist das? "Lost Highway" in pervers? "Funny Games" in billig? Schwierig eindeutig zu klassifizieren, aber was es auch ist, es kann aufgrund diverser offensichtlich skandalträchtiger, übertrieben und deshalb aus meiner Sicht eher amüsant erscheinender, mitunter schon geradezu lächerlicher sexueller Anspielungen und Ausschweifungen niemals das Schockpotential eines "Irreversibel" erreichen. Es bleibt somit ein kurzweiliges "Vergnügen" mit netten Seitenhieben auf das überwucherte Pornogenre mit leicht surrealen Zügen. Trotz entsprechender Soundkulisse und diverser Spielereien mag "A Serbian Film" mich vielleicht auch aufgrund seiner serbisch-stümperhaften Art nicht richtig zu überzeugen und ist eher was für zwischendurch, nichts was man auf lang im Gedächtnis behält oder unbedingt wiederholen muss. Wenn man mich fragt reine Provokation, die, ganz im Gegensatz zu Takeshi Miike als Beispiel, durchaus noch über so etwas wie einen Unterhaltungswert verfügt, teilweise sogar so etwas wie Bemühungen von Tiefgang und nicht bloß Ekelfaktor besitzt. Einige coole, weil skurille Einfälle, die auch dem abgestumpften Gemüt gerecht werden dürften, aber nicht entsprechend visualisiert oder besser gesagt projeziert wurden. "A Serbian Film" reflektiert ohne auf den Zahn zu fühlen, entdeckt und verliert sich dabei selbst. Er kommt seiner Generation bei ohne ein Denkmal zu setzen. Sodomie mal anders. Eine Orgie ohne tatsächlichen Wahrheitsgehalt, ein "Tesis" in hart, aber kaum etwas das man nicht mit viel kranker Fantasie vorhersehen könnte. Exploiter sind schon längst out, des Terrors Charme verfliegt allmählich. Inzest wie in "Taboo" der Zeit entsprechend überholt. Spätestens seit dem Aufkommen unterschiedlichster Killergenitalien ist die Ära das verruchten Sexfilms angebrochen, dem "A Serbian Film" angemessen beizuwohnen vermag, den er aber nicht schmückt. Schmutzig, sicher unnötig brutal und pädophil. Trotzdem keine richtige Fetishklamotte. Da fehlt es an Biss, die letzte Würze die "Nekromantik" bei Kennern so beliebt macht und auch "Scrapbook" irgendwie das Genick brach. So ist dies sicherlich nicht das filmische Gegenstück zu de Sades "Die 120 Tage von Sodom" als Literatur. Allerhöchstens aufgeschlossen, aber ohne wirkliche Passion. Was soll's, ich meine jedem das Seine. Wer's braucht, bitte sehr. Alle anderen können es ja dem Protagonisten gleichtun ohne dabei gleich Neugeborene zu schänden oder mit ihrem besten Stück Augen auszustechen. Außerdem sind Macheten ja keine Sexspielzeuge. "Aftermath" tut es übrigens auch!