Review

Zwei Pfeifen & ein episches Abenteuer

Hidden Fortress ist für mich nahezu perfektes Abenteuer-Kino: schnell, unterhaltsam, mit einer recht großen Prise Humor & Charaktern larger than life. Er bietet leichten Zugang, eine klare Geschichte, die von A nach B läuft & wo das Gute am Ende triumphiert. Alles Dinge, die man seit dem erwartet & liebt, egal ob James Bond oder Indiana Jones, damals so klar & kompensiert aber noch neu erschienen. Großes Hollywood-Kino - aber nicht aus Hollywood. Kein Wunder, dass eingefleischte Arthouse-Kurasawa-Fans den Film lange Zeit kritisch beäugten, kein Wunder, dass George Lucas einige Notizen für Star Wars mitnahm. Und auch wenn sich Parallelen bei weitem eher verstecken als aufdrängen (2 Trottel = 2 Roboter, Prinzessin & ihr Retter), zeigt allein diese Tatsache, wie gut "Die verborgene Festung" in den Westen passt. Und wie gut er sich gehalten hat, hat mich überrascht. Wie opulent & schön Kurasawas erster Film in Widescreen ist, dagegen weniger.

Die Geschichte dreht sich um ein Quartett, oder besser gesagt zwei ungleiche Duette, welches zusammen ein Abenteuer & eine gefährliche Reise durchlebt. Eine Prinzessin & ihr eisenharter, heldenhafter Leibwächter sowie zwei trotteligen Freunde & Kriegs-Zuspätkommern, die per Zufall auf die versteckten Goldreserven der Prinzessin in Spe treffen. So flüchten die Vier unter teilweise verstellten Rängen & Charaktern durch feindliches Gebiet. Und dabei ist eigentlich jedes Detail sehenswert & grandiose Unterhaltung - von der (gewohnt) exquisiten Ausstattung über das Gezicke der zwei feigen aber sympathischen Nichtsnutze bis hin zu einigen Schwertkämpfen des wieder mal prächtigen Mifunes - von Comedy über Spannung, Spaß bis Action, alles drängt sich hier im feudalen Gleichschritt. 

Dieses Gleichgewicht von Kunst & Unterhaltung, hat Kurasawa vielleicht selten so gut kombiniert wie hier. Und diese Kombi ist mir immer noch die Liebste. Ob der Film besser ist als Star Wars? Für mich zumindest auf einem ähnlich hohen Niveau inklusive der Inspirations-Bonuspunkte. Das der Film ein finanzieller Hit wurde, liegt in seiner Natur, ist er doch absolut massentauglich. Und in diesem Fall ist das keine Beleidigung. In seiner Aussage vielleicht etwas hinter "Rashomon" oder "Throne of Blood", dafür auch beim 5. Zuschauen eine Spassbombe. Das kann auch eine noch so gute Shakespeare-Adaption nicht von sich behaupten. Kein Film zum analysieren, sondern für ein Grinsen im Gesicht. Unterstreicht einmal mehr die Vielseitigkeit von A.K.

Fazit: nicht nur auf Grund der Verbindung mit Star Wars ein großer Spaß. Auch so ein unvergessliches Abenteuer, mit allem, was ein eben dieses braucht: Helden, Trottel, Gold, Kämpfen, Festungen & einer aufmüpfigen Prinzessin!

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