Dieser Film ist etwas Besonderes. Erstens ist es einer der wenigen deutschen Filme, die wirklich klasse sind. Der Film zeigt, dass man auch ohne Action und viel sinnlose Knallerei tolles Kino machen kann.
Der Film spiegelt das Leben des Karl Koch wider, einen 19jährigen Hacker, der im Deutschland der 80er Jahre gegen die Konventionen seiner Zeit ankämpft. Er unterstützt die Schülerzeitungen ,ist aktiv gegen Rechtsradikalismus, was in seiner Familie durch seinen rechtsgesinnten Vater natürlich auf Probleme trifft. Später stirbt dieser und Karl zieht nach der Schule in seine erste Bude, er feiert Parties mit Drogen. Bald gerät er durch sein Hobby, das Hacken, in Probleme. Auf der CeBit lernt er David kennen, mit dem er bald für dubiose Kriminelle sich überall hineinhackt.
Sie geben Infos weiter, lassen sich sogar mit dem russischen Geheimdienst ein. Doch das Hauptproblem ist Karls neue Leidenschaft: die Illluminaten. Die Büchertrilogie wird Karls Lieblingsliteratur. Er glaubt bald an die Verschwörertheorien mit der 23, alle Attentate hätten was mit dem Geheimbund zu tun, der sich die Illuminaten nennt. Denn auffällig ist, dass bei allen Taten die 23 eine Rolle spielt: entweder wird jemand um 23.23 Uhr erschossen oder jemand wird, die Quersumme 5 kommt auch oft vor. Diese Theorien beherrschen Karl, er steigert sich in den Wahnsinn, verliert alle Freunde und gerät durch seine Kokainsucht in horrende Schulden...
Das zum Inhalt, es ist ein beeindruckender Film.
Man kann durch die Spielerei mit der 5 und der 23 wirklich bald nachempfinden, dass es für labile Menschen wirklich verfolgend werden kann. Man steigert sich in einen Wahn.
Durch diese Auffälligkeit, dass die 23 von der Wahrscheinlichkeit her wirklich sehr oft zu finden ist, wird der Film ein Stück Realität. Auch die Tatsache, dass Karl Koch eine echte Person war, unterstützt den mystische Touch und die beeindruckende Wirkung, die der Film hat.
Es gibt einfach Dinge, die unerklärbar und nicht beweisbar sind , dass z.B. Kennedy ermordet wurde von den Illuminaten und dann deren Gründer Adam Weishaupt Präsident wurde, ohne dass es jemand merkte.
Denn, und das sieht man auch im Film, die beiden sind vom Gesicht her wirklich unheimlich ähnlich.
Solche Tatsachen brechen in den geordneten Alltag ein und werfen die Frage auf "Ist die Welt wirklich, oder ist alles nur ein großer Fake!"?
Der Film setzt die wahre Begenheit in tolle, düstere Bilder um. Auch die Musik schafft das unglaublich gut: Deutsche Rockmusik von Rio Reiser, der mit "König von Deutschland" bekannt wurde.Ein tolles Cover von "Halt dich an deiner Liebe fest" von der DDR Kultband "Ton,Steine,Scherben", und ansonsten leise Independentmusik.
Der Film hat einen tragisches Ende: Karl stirbt am 23.5.1987, auch hier die 5 und die 23! Zufall?
Trauriges Thema , ein Film über Freundschaft, Fanatismus. Politik. Mir ist ein Schauer über den Rücken gelaufen.Ich liebe den Film.
August Diehl ist einer der besten deutschen Nachwuchstalente, er verkörpert Karl Koch perfekt.
Hans Christian Schmid ist ein klasse Regisseur, der mit "Crazy" und "23" die besten deutschen Filme machte, die es je zu sehen gab (außer "Knocking on heavens door").
Also: großes, schlichtes Charakterkino mit einer perfekten Atmosphäre und einem interessanten Thema:
Meisterwerk:10/10 Punkten!