Vor kurzem kam ich eher unfreiwillig in den Genuss des deutschen Thrillers "23", von dem ich bis dahin eigentlich nur gute gehört hatte. In den Inhaltsangaben und Kritiken war vom "Aufdecken einer Verschwörung", von "viel Spannung" und "einem exellenten Film" die Rede.
Nunja, so wie es aussieht, habe ich den falschen Film gesehen, denn all das habe ich vermisst.
80% des Streifens habe ich erstmal damit verbracht zu versuchen herauszufinden, um was es in dem Film überhaupt geht. Ich tippte ja auf eine Weltverschwörung, wie der Titel und der Klappentext zart andeutete und die Handlung lief ja anfangs auch darauf hinaus. Doch mit einem Mal lief die Handlung plötzlich in eine ganz andere Richtung und die Hauptfigur wurde zum Hacker für die Russen. Naja, diesen Richtungswechsel könnt ich ja noch verkraften, was mich aber richtig aufregte, war dieser arrogante und vorallendingen unrealistische Hauptdarsteller. Ich meine, darauf hinweisen, dass er Drogenabhängig ist, ist ja an sich nicht verkehrt, aber dass ich diesen Kerl andauernd beim Kiffen und Koksen zusehen muss....Außerdem war seine Figur absolut unlogisch angelegt: Am Anfang verbrennt er noch sein Geld (Idiot!) und schon wenige Minuten später freut er sich wie so ein Schneekönig über 5000 DM. Okay, die Handlung lief dann also so vor sich hin, ohne dass ich da einen tieferen Sinn oder gar ein mögliches Ziel erkennen konnte. Und am Ende verrät er dann halt seine ehemaligen Kumpels an die Polizei....Toll! Weltverschwörung, wo bist du??? Wieso heißt dieser Film 23?? Was hat ein kiffender und Koksender Hacker mit 23 zu tun? Könnt mich jetzt noch drüber aufregen....Nun denn, da wir dieses Stück Film aber nicht ganz so schlecht wegkommen lassen wollen, noch ein paar positive Aspekte: Die Regie war manchmal (!) ganz interessant, besonders was den Schnitt und die Kameraführung betrifft und die Musik (deutsche 80er Jahre Lieder) passte auch ganz gut rein. Und was soll ich sagen, obwohl der Film so substanzlos umherirrte und ich den Hauptdarsteller öfters mal gerne eins in die Fres** gehauen hätte, war er doch die ganze Zeit über unterhaltsam, was ja nicht jeder schafft.
Aufgrund dessen bekommt der Film von mir mit ach und Krach noch
4/10