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Nachdem die Japaner anno 1954 ihren Godzilla erstmals ins Rennen um das größte Filmmonster aller Zeiten schickten, gab es auf amerikanischer Seite einige Pendants, die jedoch allesamt weniger erfolgreich beim Publikum landeten.
Auch der Behemoth, eigentlich ein Landtier und offensichtlich mit dem Leviathan verwechselt, entwächst aus einer Überdosis radioaktiver Strahlung und macht sich über London anstatt Tokio her.

Die pathetischen Worte von Steve Karnes, des Forschers und Meeresbiologen mahnen die Menschheit gleich zu Beginn: Atomtests setzen eine Reihe ungeahnter Kettenreaktionen in Gang und bedrohen auf absehbare Zeit alles Leben auf der Erde.
So geschieht es dann auch in einem kleinen Fischerdorf nahe Cornwall, als ein toter Fischer mit schweren Brandwunden am Strand vorgefunden wird.
Karnes und Kollege Bickford reisen sogleich zum Tatort und stoßen schon bald auf einen Plesiosaurier, der mit seiner radioaktiven Strahlung bereits aus einiger Distanz tödlich zuschlagen kann…

Herrlich, wenn der Score lauthals einen Schrecken ankündigt, während das Vieh noch eine halbe Stunde entfernt irgendwo im Wasser schwimmt.
Derweil wird unser Held nicht sonderlich sympathisch eingeführt, denn Gene Evans wird in der Rolle des verbissen vorgehenden Karnes zu keiner Zeit die bittere Ausstrahlung von Lebertran los, sein Kollege Bickford, verkörpert von Andre Morell, strahlt demgegenüber wesentlich mehr Gelassenheit und Feingefühl aus.
Leider fehlt innerhalb dieser Konstellation eine Frau, die der puren Monsterjagd ein wenig Charme hinzufügen könnte, da die übrigen Randfiguren nicht weiter ins Gewicht fallen.

Recht atmosphärisch wirken die Passagen in dem Fischerdorf, teilweise recht schlicht, im Hintergrund nett modelliert, strahlt es etwas Uriges und gleichermaßen Trostloses aus.
Der Schauplatz steht im krassen Gegensatz zum Ort des Showdowns, als das Seeungeheuer der Themse entspringt und Panik in den Straßen Londons auslöst.
Bis dahin ist es jedoch ein zuweilen recht geschwätziger Weg und die Kreatur bleibt lange außen vor, töten zwischenzeitlich ein paar Farmer und Fischer, hält sich aber die meiste Zeit unter Wasser versteckt.

Tricktechnisch schaut das ganze passabel aus. Die Modellierung des Nessie-ähnlichen Seemonsters ist schlicht, Feinheiten vom Kopf, insbesondere der Augen sind nur schwach ausgearbeitet, dafür ist es per Stop Motion recht beweglich und plättet zum Finale sogar eine Fähre, stampft durch die Straßen und reißt dabei Autos, Bäume und Strommasten mit.
Etwaige Panikszenen bringen die längst erhoffte Action ins Spiel, nur die leuchtenden Welleneffekte, die jene tödliche Strahlung visualisieren sollen, fallen klar in die Rubrik Trash.
Positiv ist jedoch noch die Gestaltung einiger Brandwunden und Geschwülste zu erwähnen, die teilweise sehr detailliert ausfallen.

Somit fällt dieser Monsterhorror im Gesamtbild etwas zäh und dröge aus und vor allem im Mittelteil zu theoriebehaftet. Zwar vermag das erste Drittel auf atmosphärischer Ebene zu punkten und in der letzten Viertelstunde ist brauchbare Action zu verbuchen, doch die Kreatur wirkt etwas zu lange im Hintergrund, bevor es letzten Endes Panik in der Stadt auslöst.
Ein typischer Beitrag der Fünfziger, leider nicht allzu trashig und charmant, dafür aber noch kurzweilig genug, um Freunde altmodischer Schinken über die kurze Laufzeit von 76 Minuten bei Laune zu halten.
5,5 von 10

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