Irgendwann kann und will man diese reinen Folterfilme einfach nicht mehr sehen und das wird man spätestens mit diesem Beitrag für sich entscheiden, da er ausschließlich Schmerz und Erniedrigung für rund 73 Minuten in den Vordergrund rückt.
Man fühlt sich dabei stark an die „Guinea Pig“ – Reihe erinnert, denn etwas anderes sollte man hier nicht erwarten: Ein derbes Splatter-Kammerspiel.
Bestehend aus drei Personen, dem Peiniger und einem jungen entführten Beinahe-Paar, geht es in einem Keller zur Sache. Mann und Frau angekettet an Händen und Füßen, will der Psychopath eines für sich erreichen: Befriedigung durch den Überlebenswillen seiner Opfer.
„Würdest du für sie sterben?“ wird da in den Raum geworfen und nur aufgrund einer minimalen Flashback-Szene wird man darüber in vage Kenntnis gesetzt, dass die beiden gerade am Anfang einer Beziehung stehen und sie es bekanntlich etwas langsamer angehen möchte als er.
Über den Folterer erfährt man hingegen erst während der letzten Minuten ein paar unwesentliche Details. Dass der Kerl Arzt sein muss, offenbart er durch handwerkliche Präzision und fundamentales Wissen, der fachmännischen Versorgung der Wunden und entsprechender Ausrüstung.
Da die Sache an nur einem Ort stattfindet, kann von Abwechslung oder gar einer Handlung kaum die Rede sein. Klar, der Übeltäter ist unberechenbar, hört im Hintergrund Tschaikowski und Puccini, veranstalt perfide Spielchen um Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit und den beiden Darstellern wird während dieser Tortur einiges abverlangt.
Doch vom wahren Mitfiebern kann keine Rede sein, da die Situation für die Opfer komplett aussichtslos ist und man lediglich versucht, Gemeinheiten zu steigern und mit der Kalkulation des Bösewichts zu jonglieren.
Somit sei über diverse Erniedrigungen auch gar nicht zu viel verraten, nur soviel, dass dem Regisseur in den entscheidenden Momenten der Mut verlässt explizit draufzuhalten.
Minutenlang wird die Frau bis zum, sagen wir mal „Squirt“ gefingert, die Geräusche sind authentisch, doch beim Vorgang selbst behält sie ihren Rock an.
Gleiches gilt, als es dem Kerl an die Eier geht, auch da ist der Blickwinkel quasi um die Ecke, allerdings, der Gedanke an den bestimmten Vorgang verursacht bereits Unwohlsein unterhalb des Bauchnabels.
Dass im Weiteren eine Motorsäge als auch diverse Schneideinstrumente zum Einsatz kommen, versteht sich von selbst.
Zumindest ist die Qualität der Effekte zu loben, handgemacht, bis auf eine finale Szene ohne CGI und größtenteils glaubhaft in Szene gesetzt.
Was aber bringt uns der Film letztlich? Im Grunde ein einziges Martyrium ohne Seele, jedes Körperteil inbegriffen, nichts ausgelassen, was der Splatterfreund nicht bereits vor 30 Jahren gesehen hätte, teilweise wesentlich schonungsloser.
„Grotesque“ sind lediglich drei, vier plötzlich humorvoll erscheinende Momente fast am Ende der Vorstellung, die dann jedoch so unvermittelt wie übertrieben erscheinen, dass sie das Gesamtbild tatsächlich ein wenig relativieren.
Ansonsten auch für den Anhänger sadistisch veranlagter Ergüsse keine Offenbarung, sauber getrickst, sonst nix.
4 von 10