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Bing, Bing! Und da läutet sie! Die nächste Runde in Sachen Gewalt und Menschenverachtung wurde gerade mit „Grotesque“ eingeleitet. Und eines kann man vorweg sagen, selten war ein Titel passender. Denn dieser Film nimmt wirklich groteske Formen an.

Ein junges Pärchen wird mal eben so einfach entführt, um im Folterkeller eines Irren zu landen. Die Chancen stehen schlecht, doch sollten die Gefangenen es schaffen ihren Peiniger zu erregen, dürfen sie das Verlies lebend verlassen. Möge das Foltern beginnen.

Wer sich nach diesen Worten etwas an „Guinea Pig“ erinnert fühlt, der täuscht nicht ganz. Denn die Parallelen sind gegeben. Zum einen wäre da die praktisch nicht existente Handlung und zum anderen die unglaubliche Menschenverachtung mit der hier Regisseur Kôji Shiraishi vorgeht. Wem jetzt die Freudentränen in die Augen treten, dem sei gesagt, dass der Film zwar in der Tat ausgesprochen hart ist, sich die Splatterszenen aber im Rahmen halten.

Vieles wird nur angedeutet oder geschieht im off, aber das was sich im Hirn des Zuschauers abspielt spricht dafür Bände. Im Gegensatz zu „Guinea Pig“ passen hier die filmischen Qualitäten. Schnitt, Setting, Sound und Darsteller können sich allesamt sehen lassen. Und trotz der eigentlichen Nullhandlung schafft es der Film über seine knapp 70 minütige Spielzeit nicht langweilig zu werden.

Dennoch sollte gesagt werden, dass großes Kino anders aussieht, als zwei Menschen in ihre Einzelteile zu zerlegen. So bleibt ein Film für die harten Genrefreaks und auch nur diese. Alle anderen sollten von diesem Brett die Finger lassen.

Fazit: Neuer Skandalfilm aus Japan, der so richtig schön schocken möchte und dies auch ziemlich gut schafft. Wer nach dem Trailer ein reines Blutbad erwartet, liegt hier allerdings falsch. Dennoch ein fragwürdiges Filmerlebnis.

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