Südstaatenfilme sind schon 60% der USA suspekt, warum sollten wir ihnen deswegen etwas abgewinnen können? Naja, auch bei uns gibt's Perverse, die Country mögen...
"Eine zweite Chance" ist auf jeden Fall die Reise nicht wert. Zwar sieht man Sandra Bullock immer ganz gern, niedlich wie sie ist, aber für diesen Trändrücker ohne richtigen Plot, hätte man sie echt nicht gebraucht.
Deswegen sind die besten Szenen auch gleich am Anfang, als ihre beste Freundin in einer Talkshow gesteht, mit ihrem Männe zu rödeln, und der nach Aufforderung vor den Augen Amerikas zustimmt. Danach wird's seicht.
Frau und Tochter reisen nämlich zu Mami/Omi in die gute alte Heimatstadt im Süden, wo Männer noch ulkig große Hüte tragen, extrem langsam sprechen und die meisten Frauen rothaarige, aufgetakelte Schlampen sind.
Dort bekommt Sandra auch prompt die Trennungsdepression (wer würde nicht, in dieser Umgebung!), die den ganzen Restfilm anhält.
Womit der sonst noch gefüllt ist?
Da wäre zunächst mal Gena Rowlands, die ihrer Tochter die Ohren mit Liebesweisheiten zupflastert; Daddy hatte Schlaganfall mit Alzheimer und schwebt durchs Pflegeheim, während die Tochter mit einer unpassenden Brille gesegnet, latürnich zum Daddy will. Zwischendurch sucht Sandra noch'n Job, kann aber nichts, weil sie bisher nur gut aussehen mußte. Derweil gräbt manchmal Harry Connick jr. als wortkarger Cowboy so zögerlich an ihr rum, als sei er auf einer Familienpackung Valium.
Sei's drum, der Film tritt auf der Stelle. Weder präsentiert man uns einen interessanten, noch einen unterhaltsamen Charakter, Bullock kann weder Fotos entwickeln, noch zeigt sie erzieherische Finessen, so daß der Höhepunkt des Films, Daddy's kurze Rückkehr ungemein aufregend wirkt, obwohl wir das desöfteren in Familienserien sehen.
So paßt denn auch der Plot in eine 45-Minuten-Folge, ohne zu proppen und man fragt sich unwillkürlich, was das alles soll. Angereichert mit ein paar Country-Tanzeinlagen, seltsam gewandeten und frisierten Kleinstadtschraten und einer stets verlegen grinsenden Bullock kann man hier seine Zeit verschwenden, denn niemand kann verstehen, warum sie dieser Ehe nachjault.
Da bleiben die Taschentücher trocken, beim besten Willen. (3/10)