Start des Films war offiziell Freitag der 13.02. Offenbar wurde er in einigen deutschen Kinos als Preview bereits einen Tag vorher ausgestrahlt. Demnach waren auch schon viele eifrige Rezensenten am Werk, um ihre ersten Eindrücke zu dokumentieren. Von der Gewichtung her dominieren meist negative Kritiken. Somit war meine Erwartungshaltung gestern beim Besuch im Kino doch ein wenig eingeschränkt.
Die Zurückhaltung sollte sich als unbegründet erweisen, denn "Freitag der 13." 2009 ist ein Film, welcher unter den Slashern der letzten Jahre einen der obersten Ränge einnehmen wird.
Es ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar, was einige Leute erwartet haben. Da der Film eigentlich ein Remake des Originals von 1980 sein soll, obwohl er Elemente aus den ersten 4 alten Teilen aufgreift, soll doch Jason immer noch Jason bleiben. Alles andere wäre absurd. In der Gesamtheit ist Nispels Neuinterpretation wie ich finde sehr gelungen, auch wenn es natürlich zwei bis drei Längen gibt, wo halt nur dummes Zeug gelabert, oder gepoppt wird. Aber erinnern wir uns mal an die alten Teile. In Teil 3 dauert es ganze 60 Minuten bis Jason sein erstes Opfer niederstreckt. Auch in anderen Sequels gibt es sehr sehr lange Phasen wo pure Langeweile herrscht.
Hier punktet das Remake bereits, da es schon nach gefühlten 12 Minuten das erste Opfer zu beklagen gibt. Jeder Horrorfilm Fan sollte dies zu schätzen wissen!
Das kongeniale Duo Nispel und Bay bewiesen schon beim "The Texas Chainsaw Massacre" Remake über was für ein "Know- How" sie verfügen. Dreckig und düster musste es sein, und das war es auch. Diese Eigenschaften konnten sie auch in den neuen "Freitag" Film transportieren. Der Film ist handwerklich top und auf Höhe der Zeit. Die Kameraführung ist ausgezeichnet. Hie und da wackelt sie zwar bei Run´s durch den Wald, doch die Befürchtungen Jason im "28 Weeks later" Look serviert zu bekommen wurden schnell wieder begraben. Alles im grünen Bereich. Spannende und temporeiche Phasen überwiegen und wenn Jason auftaucht, soltte man Angst bekommen. Jason 2009 ist noch erbarmungsloser und furchteinflößender als jemals zuvor. Denn genau wie bei Rob Zombies "Halloween" Remake in Gestalt des Hühnen Michael Myers wirkt auch Derek Mears als Jason Voorhees, ob seiner Größe sehr bedrohlich. Auch ist er intelligenter wie früher und man könnte meinen er hat so etwas wie eine Seele. Nispel hat also auch Jason´s Charakter weiterentwickelt.
Positiv hervorheben muss man auch den Soundtrack von Steve Jablonsky, der das Terror Flair noch intensiver wirken lässt. Besonders die zahlreichen Schockmomente entfalten durch diesen aufreibenden Score voll ihre Wirkung und man kann schon das ein oder andere mal ordentlich zusammenzucken.
Der Goregehalt geht für eine R-Rated Fassung absolut in Ordnung. Es gibt viele brutale, aber wenig innovative Tötungsszenen, doch einige passieren im Off und andere sind manchmal etwas kurz. Hier bleibt die Vorfreude auf das schon avisierte Unrated Release.
Die Jungdarsteller sind wohl alle recht unbekannt, machen ihre Sache aber sehr gut. Auch konnte ich keinen ausmachen der mich nervte, oder mit dem ich übermäßig sympathisieren würde.
Als Fazit kann ich sagen, dass ich mit dem neuen Freitag Film sehr zufrieden bin. Marcus Nispel hat, wie auch schon Rob Zombie vor ihm, alles richtig gemacht und einen Jason Voorhees reanimiert, der auf der Höhe der Zeit viele der alten Freitag der 13. Filme blass aussehen lässt. Vielleicht sollten die vielen Nörgler und Remake Gegner noch einmal in sich gehen und überlegen was sie sehen wollen und vor allen Dingen, von welchem Film wir hier reden. Mehr Spannung und Terror geht fast nicht. "Well done Herr Nispel"!
Das Ende zeigt auch schon, dass es vielleicht in naher Zukunft, wie auch beim Halloween Remake, eine weitere Fortsetzung geben wird. Ich würde es jedenfalls begrüßen!
9/10