Review

Das dieses Remake einmal kommen musste, das war vielen sicher so klar wie das "AMEN" in der Kirche.
Nach der ganzen Remake-Welle, welche aus Hollywood die ein oder andere Perle anschwemmte, darf nun das "Sinnbild" des Slashergenre, "Friday the 13th", um die Gunst der Stunde der angesagten Remakes ringen.
Michael Bay´s Platinum Dunes zeichnet sich in diesem Falle für die Produktion aus, was dem geneigten Fan zumindest die gewünschte "Hochglanzästhetik" versprechen sollte.

Marcus Nispel, der mit dem Remake vom "Texas Chainsaw Massacre" einen beachtlichen Erfolg einfahren konnte und ein erstaunlich gutes Remake des "Hooperischen"-Klassikers ablieferte, sollte ja quasi schon ein kleiner Garant für den Erfolg des wohl bekanntesten und auch wohl beliebtesten Killers überhaupt sein; "Jason Voorhees"!!!

Die Erwartungen an Nispel waren nach dem grandiosen TCM-Remake entsprechend hoch, nicht nur aus Sicht der Fans, auch die Produktionsfirma hielt demnach große Stücke auf den Deutschen. Mit Daniel Pearl als Cinematographer gesellt sich noch zudem ein alter Bekannter zu Nispel, das dieser bereits ja schon in Hooper´s Texas Chainsaw Massacre für die bedrückenden Bilder sorgte und sein Können für visuellen Perfektionismus auch in Nispel´s Remake erneut darbot.
Die Voraussetzungen schienen also denkbar günstig.
Mit Jared Padalecki, der bereits mit dem "Bösen" in "Supernatural" stetig konfrontiert wurde, sollte also dem übermächtigen Jason Voorhees gewachsen sein.

Aporos Jason Voorhees. Natürlich das Hauptaugenmerk des Films und unter ständiger kritischer Beobachtung der Fans.
Die Serie ist natürlich hinlängst bekannt, ebenso die Darstellerriege, die den Chrystal Lake Killer bis dato verkörperten.
War Kane Hodder in den letzten regulären Friday Teilen noch für viele Fans das Maß aller Dinge, so wollte jedoch Platinum Dunes keinen weiteren Aufguss des alten Franchise, sondern einen kompletten Neustart mit einem noch unverbrauchtem Charakter, welcher für die Rolle des Jason in Frage kommen sollte.
Den doch eher massiv gebauten und träge wirkenden Kane Hodder wollte man demnach nicht erneut verpflichten, da seine Interpretation des Jason" nicht mehr den Vorstellungen der Produktionsfirma entsprach.
Diese wollten einen agileren, schnelleren und bedrohlicheren Jason haben, welcher jedoch die anderen Attribute wie Größe und brachiale Erscheinung nicht vernachlässigen sollte. Zudem sollte er etwas intelligenter erscheinen und somit eine etwas menschlichere Note erhalten und dadurch deutlich realer wirken.

Das Konzept geht auf. Mit Derek Mears hat man all das vereint, was für einen Killer dieses Kalibers auch von Nöten ist. Er ist groß, kräftig gebaut und agil. Zudem wirkt er deutlich menschlicher, was ihn viel bedrohlicher erscheinen lässt.
Sein gammeliges Outfit passt absolut perfekt zum neuen Erscheinungsbild, das hätte besser garnicht aussehen können. Längst nicht mehr so überzüchtet wie noch in "The new Blood", wo Jason ja quasi absolut nichts menschliches mehr an sich hatte. Obwohl dieser damalige Zombielook natürlich zu der Epoche wunderbar gepasst hat.
Heute jedoch sieht das etwas anders aus. Und der neue Jason "rockt".
Derek Mears verkörpert anno 2009 den Jason PERFEKT.
Er wirkt absolut bedrohlich und sieht mit seinem bösen Blick unter der Maske absolut genial aus. Auf der Ebene also, ein absoluter Volltreffer.

Doch wie ist der Film denn als Remake zu werten???
Nun, um es mal vorweg zu nehmen. Er kann leider nicht alle geknüpften Erwartungen erfüllen. Woran lag es??
Nun, vielleicht an der Erwartungshaltung, die man nach dem grandiosen TCM Remake auch stellen durfte.
Im Grunde jedoch ähnelt Nispels "Friday the 13th" stellenweise schon frappierend an das besagte TCM Remake.
Auch Friday the 13th besticht durch die atmosphärischen Bilder, welche Daniel Pearl stellenweise auffährt. Steve Jablonsky´s Score ist absolut atmosphärisch und klingt toll, auch wenn gewisse kultige Soundcollagen eines Harry Manfedini ausbleiben. Nur ab und an schimmern Querverweise aus der kultigen 80iger Soundära durch. Dennoch, auch hier kann der Film punkten.

Die Story an sich ist natürlich, wie zu erwarten, eher nebensächlich. Nichts, was der geneigte Fan noch nicht gesehen hätte, also keine großen Neuerungen.
Die obligatorische Köpfungsszene der Mutter wird kurz angerissen und bildet somit grob das Grundgerüst von Jason´s Rachefeldzug. Dieser jedoch ist inzwischen auch in der Lage, Gefangene in seinem "intelligent" angelegten Tunnelsystem mit sämtlichen Fallen zu halten, was wohl die größte aller Neuerungen darstellen dürfte.
Ansonsten ist im Grunde alles beim alten geblieben.

Teenies, Sex, Alkohol und Blut. Die Mixtur die man benötigt, um einen Slasher neueren Kalibers zu kreieren, oder???
Nicht ganz, denn das war schon damals die erfolgreiche Rezeptur.
Heute ist es wichtig, daß zumindest die "Kills" anständig in Szene gesetzt werden. Und hier ist auch eine der Schwachstellen des Films. Die Kills sind allesamt nicht sonderlich einfallsreich.
Hier ist man im Grunde auf Nummer sicher gegangen, ohne wirkliche Highlights aufzufahren.
Axt, Machete, Schraubenzieher und ein an gute alte Zeiten angelehnter Schalfsackmord runden das blutige Treiben des Chrystal Lake Killers ab. Die Morde sind schon recht blutig und wissen zu gefallen, jedoch fallen diese im Gegensatz zu einem "Bloody Valentine" etwas ab. Hätte man hier etwas mehr Augenmerk auf gut augekügelte Kills gelegt, wäre die ein oder andere Kritik vielleicht schon im Keim erstickt. Ein Fakt, welcher bei einer Fortsetzung, die sehr wahrscheinlich ist, definitiv ausgemerzt werden soll und wohl auch wird, wenn man aktuellen Statements seitens Platinum Dunes Glauben schenkt.

Was also bleibt unterm Strich. Im Grunde das, was wir eigentlich alle von damals kennen, nur eben in einem "Bay" typischen Gewand. Dumme Dialoge, sexsüchtige Teenies im Vollrausch und ein extrem angepisster Jason Voorhees, der besser garnicht hätte besetzt werden können. Ein atmosphärischer Score, durchwachsende aber blutige Kills und jede Menge Titten. Also all das, was das Slasherherz begehrt.
Jason ist in Bestform, hätte aber ruhig etwas mehr Screentime vertragen. Denn diese verlagert sich fast primär auf die letzen 30 Minuten. Dennoch, es gibt schon sehr nette Einstellungen. So zum Besipiel, als er die Maske findet und sich diese in einer Scheune vor einem Spiegel aufsetzt. Sein Blick in den Spiegel spricht dabei Bände, sehr bedrohlich.
Der Showdown am Ende in der Scheune enttäuscht dann etwas. Zu kurz und wenig bis garnicht spektakulär wirkt dieses wohl eher hastig abgespulte Finale.

Dennoch, unterm Strich bleibt ein optisch grandioser Slasher mit einigen coolen Kills und einer annehmbaren Atmosphäre.
Ein Kaliber eines TCM Remake ist nicht zu erwarten, dafür aber sicherlich der beste Jason, den es je zu begutachten gab, auch optisch gesehen. Die vielen negativen Kritiken kann ich nicht immer nachvollziehen, denn im Grunde erfüllt der Film sämtliche Slaherklischees im neusten Gewand. Gerne mehr davon, Mr. Voorhees. Und bitte wieder mit Derek Mears.

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