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Die Remake Welle will einfach nicht abebben. Nachdem schon einige Horrorklassiker eine zeitgemäße Neuinterpretation erfuhren („Halloween“, „Dawn of the Dead“) macht sich das Michael Bay Studio Platinum Dunes, die auch schon Leatherface erfolgreich wieder belebten daran, der Kultkillerikone Jason Voorhees ein neues Gesicht zu verpassen. Auf den Regiestuhl durfte der Remake erfahrene Marcus Nispel („Texas Chainsaw Massacre“) hüpfen.

Nachdem einige Teens vermisst werden, macht sich Clay Miller, der Bruder einer der vermissten Mädels, auf den Weg, Licht ins Dunkle zu bringen. Während seiner Suche trifft er auf eine Gruppe feierwilliger Teenies, denen schon bald ein grausames Schicksal in Form von Jason Voorhees zustoßen wird.

Viel wurde bereits im Vorfeld diskutiert. Würde das Remake dem Original gerecht? Darf Jason laufen oder wird er gar sprechen? Und und und. Marcus Nispel hat es wie auch schon bei seinem „Texas Chainsaw Massacre“ Remake geschafft einen visuell eindrucksvollen Stil zu präsentieren, der irgendwo zwischen den frühen 80ern und der Neuzeit anzusiedeln ist. Also ideale Voraussetzungen, um sowohl die alteingesessenen Die Hard Fans als auch das neue Publikum vor die Flimmerkiste zu bekommen. Dabei gibt es einige Neuinterpretationen, die aber durchaus legitim sind.

So darf Jason nun rennen und wirkt dadurch in der Tat noch bedrohlicher. Sein blitzschnelles Auftauchen wurde versucht durch ein unterirdisches Tunnelsystem zu erklären – klingt zwar doof, passt aber tatsächlich in den fertigen Film hinein. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Jason ist die typische Killermaschine und metzelt sich ohne Gnade durch das fickgeile Jungvolk. Dabei kommen die Goreeffekte sogar um einiges drastischer zum Tragen als noch in den Episoden der 80er. Hier sei auch gleich der so genannte Killer Cut erwähnt, der neben einigen längeren Metzeleien auch einige Handlungsszenen unnötig in die Länge zieht, von einem völlig anderem Filmerlebnis, wie es einem die Produzenten damals noch weismachen wollten, ist dieser „unrated“ Cut weit entfernt.

Derek Mears
als Jason kommt richtig gut. Seine physische Statur passt und auch seine Bewegungsabläufe können sich sehen lassen. So bleibt einem ein Nachtrauern an Kane Hodders Jason Tage erspart, zumal es durchaus legitim ist in einem Remake auf einen neuen Darsteller zurückzugreifen. Die übrigen Schauspieler kommen bis auf Jared Padalecki („Supernatural“) aus der Castingschublade für Metzelfutter. Dabei verwundert es schon, dass sich der Nervfaktor relativ in Grenzen hält. Inhaltlich wurde derweil versucht die wichtigsten Meilensteine in Jasons Karriere abzuarbeiten. Daher wird dem Zuschauer ein Zusammenschnitt von Teil I bis IV geboten, also von Kartoffelsack bis Hockeymaske. Das kann sich so ehen lassen.

Fazit: Vielleicht nicht unbedingt nötige aber gelungene Neuinterpretation des Kultkillers. Wer auf gutgemachte Slasher in alter Tradition steht, wird hier gut bedient. Ein Sequel ist nur eine Frage der Zeit.

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