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Im Zuge der seit einigen Jahren grassierenden Remake-Welle im Horrorgenre versuchte sich der deutsche Filmemacher Marcus Nispel 2009 an der Neuverfilmung des legendären Klassikers "Freitag, der 13.". Hatte er beim Update des ebenso berüchtigten Splatter-Urgesteins "The Texas Chainsaw Massacre" noch ein Händchen für düstere Atmosphäre und verstörende Gewaltexzesse bewiesen, versinkt sein "Freitag, der 13." in bedeutungsloser Mittelmäßigkeit.

Schon die kurze Einleitung lässt Böses erahnen: Da wird die finale Geschichte des Originals im Schnelldurchlauf nacherzählt, ohne irgendeine inhaltliche Verankerung oder genaue Erklärungen, die dem Ganzen irgendeinen Sinn verleihen würden. Stattdessen gibt es in den ersten Minuten grottenschlechte erklärende Dialoge, die dem Zuschauer möglichst schnell näher bringen sollen, woher Jason seinen endlosen Morddrang erhalten hat. Und die sich daran anschließende Sequenz, in der fünf arglose Jugendliche im Wald von Jason gemeuchelt werden, ist mit über 20 Minuten wohl eine der längsten Anfangsszenen der Filmgeschichte - und ganz bestimmt keine der besseren. Diese viel zu lange Einleitung zeugt bereits von der Geistlosigkeit, mit der dieser Klassiker neu aufgelegt wurde.

Weiter geht es dann mit den klischeehaften Reißbrett-Figuren: Betont hippe junge Leute, deren einzelne Charakterzüge so hemmungslos überzeichnet sind, dass es schon beinahe (aber eben nur beinahe) an eine Parodie grenzt - der asiatische Dauerkiffer, der rappende, mitkiffende Schwarze, der arrogante Schnösel, in dessen luxuriöser Waldhütte man es sich gemütlich macht - und deren Dialoge irgendwo im weiten Feld zwischen langweilig, belanglos und einfach nur dämlich vor sich hin dümpeln. Selbst die wenigen armseligen Humorversuche bleiben auf unterstem Niveau. Angesichts der Besetzung reicht es noch nicht einmal für eine einfachste Identifikationsmöglichkeit mit dem Zuschauer: Da laufen Katalog-Models beiderlei Geschlechts durch die Gegend und tun so, als wären sie ganz gewöhnliche junge Leute. Verlogener geht es kaum noch.

Wie im Genre üblich, zeigen diese Models dann ein wenig nackte Haut und Sex, bevor ihnen im letzten Filmdrittel in relativ schneller Folge blutig der Gar ausgemacht wird. Und sollten sich eingefleischte Splatterfans von den bisher genannten Kriterien nicht abschrecken lassen, werden sie spätestens jetzt enttäuscht: Die Gewaltszenen sind durchaus brutal und überzeugend getrickst - aufgeschlitzte Kehlen, abgetrennte Köpfe und mit Äxten durchbohrte Brustbeine gibt es hier nicht zu knapp. Allerdings liegt die Härtegrenze dessen, was moderne Gewaltfilme zu zeigen bereit sind, weit höher als bei diesem Streifen. So halten sich selbst die blutigen Exzesse vergleichsweise in Grenzen und dürften echten Genrefreunden keine Überraschungen bieten.

Alles in allem enttäuscht der neue "Freitag, der 13." auf ganzer Linie. Weder die Atmosphäre noch die heftige Gewalt des Originals werden zu irgendeinem Zeitpunkt erreicht. Stattdessen werden dem Zuschauer althergebrachte Horrorfilm-Ingredienzen vorgesetzt, deren kommerziellen Zweck man durchgehend spürt. Da helfen auch eine Handvoll gelungener Mordszenen und Jared Padalecki in der Hauptrolle nicht mehr viel. Für Fans des Originals kann diese Neuauflage nur eine Enttäuschung bedeuten.

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