Wer unbedingt Quad fahren will, sollte dies vielleicht nicht unbedingt in Wohngebieten tun, doch die Einöde im Nirgendwo von Arkansas kann zum Verhängnis werden, wenn man dort zwangsläufig auf streitsüchtige Rednecks trifft.
Ansonsten hat man schon mal effektivere Spannung erlebt, wenn zwei junge Paare durchs Dickicht von Hillbilly-Land gehetzt werden.
Das mag unter anderem daran liegen, dass die Charakterisierung trotz gemächlichen Vorlaufs nicht konkret wird und außer einer enthüllten Schwangerschaft von Lucy, dem darauf folgenden Ärger ihres Bruders und der Freude vom Freund Tommy als auch von Katherine nichts weiter folgt. Zwei durchschnittliche Frauen, zwei gute Kumpel und zwei Beziehungen, - da kann sich niemand so recht als Sympathieträger hervortun.
Entsprechend wenig mitfiebernd gerät die Chose ab dem Zeitpunkt, als die letzten drei in Gefangenschaft geraten, denn ab da ist die Übermacht der Einwohner unumgänglich und Fluchtmöglichkeiten beinahe ausgeschlossen.
Immerhin ist es bis dato einigermaßen spannend, als man an zwei Rednecks gerät, die mit Gewehren bewaffnet direkt Ärger anzetteln, weil sie sich von den Hilfesuchenden gestört fühlen. Tommy fühlt sich indes bedroht, drückt ab und tötet einen Hillbilly, woraufhin das Rachemotiv für die Inzuchttypen gerechtfertigt ist.
Im titelgebenden Dorf läuft die Geschichte hingegen zäh und etwas zu dialoglastig ab.
Besonders die predigthaften Worte des Reverend nehmen Drive aus dem Geschehen und dienen noch nicht einmal sonderlicher Aufklärungsarbeit in Sachen Beweggründe und Erklärungen der etwas speziellen Gesellschaftsform.
Vielmehr wird hier der Raum für ein paar Gewalteinlagen genutzt. Es gibt einen Kopfschuss, den Gewehrkolben auf den Schädel, zwei angedeutete Vergewaltigungen, einen Nagel in der Hand und einen von einem Backstein zertrümmerten Schädel, wobei man insbesondere bei den wiederholten Schlägen gerne mal heranzoomt.
Die Qualität der Effekte geht in Ordnung und auch der Härtegrad entpuppt sich an einigen Stellen als recht brauchbar für Splatterfreunde.
Dennoch birgt die Geschichte keinerlei Innovation oder Überraschungen, das Katz-und-Maus-Spiel verläuft bis auf wenige Ausnahmen einseitig und am Ende ist klar, dass das letzte Schicksal mit der Schlussszene in die eine oder andere Richtung besiegelt ist.
Zwar ist die Sache treffend besetzt und die Darsteller erledigen ihren Job überwiegend glaubhaft, doch mit den Klischees der Rednecks hätte gerne etwas gespielt oder übertrieben werden dürfen, da sich die Chose furchtbar ernst nimmt und erst gar kein Augenzwinkern zulässt.
Auch die Ausstattung, - Kleidung, Requisiten, Fahrzeuge, Wohnlichkeiten - beinhaltet wenig Liebe zum Detail, womit es auf atmosphärischer Ebene selten zu krank-morbiden Eindrücken kommt, welche der Geschichte dienlich gewesen wären.
So wirklich krank kommt einem die Story also gar nicht vor, wenn man bereits einige ähnlich gelagerte Ergüsse gesehen hat.
Klar wünscht man sich als Endlösung lieber eine komplette Eliminierung des Dorfes als eine halbherzige Flucht mit nur wenigen Opfern, was zumindest für Ansätze eines Mitfieberns spricht, obgleich es besonders im Mittelteil an Tempo und packenden Konfrontationen mangelt.
Von daher nicht gänzlich austauschbar, aber fast, denn auch wenn phasenweise ordentlich zugeschlagen wird, - gute Ideen und emotionale Achterbahnfahrten zeichnen sich hier zu selten ab.
4 von 10