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Harry Madox nimmt in einem texanischen Provinznest einen Job als Autoverkäufer an. Doch sein Hauptinteresse gilt der städtischen Bank. Diese eignet sich bestens für einen Überfall. Der Coup läuft wie geplant - trotzdem wird Madox als Hauptverdächtiger verhaftet. Aber die lebenshungrige Dolly, Frau des Autohändlers, verschafft ihm ein Alibi. Eine fatale Wendung nimmt ihren Lauf, denn Madox liebt eigentlich eine andere.

Mit Hot Spot setzte Dennis Hopper eine etwas undefinierbare Mischung aus Erotik Thriller, Außenseiter Drama und Romanze in den Wüstensand einer verschlafenen Kleinstadt. Star Don Johnson war damals kurz nach seiner Miami Vice Glanzzeit so ziemlich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und soll während der 10-wöchigen Drehzeit am Set so ziemlich alle Starallüren raushängen lassen, so daß man Hopper ob seiner Gemütsruhe nur gratulieren konnte.
Wirklich interessant an der ganzen Geschichte sind allerdings gerade mal die letzten 30 der insgesamt 120 Minuten, wenn dann endlich mal die Thriller Mechanismen greifen. Davor darf Johnson als Harry mal wieder den harten Maxe und Frauenvernascher raushängen lassen und recht unspektakulär die örtliche Bank überfallen, deren Sicherheitsmaßnahmen aber jedem durchschnittlichen Kindergarten weit unterlegen sind.Über solche Neuzugänge freut sich doch jede Stadt.
Wer jetzt aber auf Action spekuliert liegt mächtig daneben. Das Erzähltempo ist sehr ruhig und konzentriert sich zumeist auf die Dreieckskiste zwischen Harry, seinem 19-jährigen Gspusi mit dem er die blaue Lagune nachspielt und der Femme Fatale mit der er in die Kiste hüpfen darf. Ansonsten passiert im Grunde ziemlich gar nichts, was irgendwie nach Interesse aussieht. Keine der Figuren wächst einem irgendwie ans Herz, jede hat Dreck am Stecken und darf sich gelegentlich mal nackig machen. Geheimtipps an die Ladies, jo, auch der Don zieht den Poppes blank.
Der Großteil spielt sich aber ziemlich zäh ab. Harry darf wahlweise die eine oder andere anschmachten, die Charaktere vertiefen sich nehmen aber einen viel zu langen Anlauf bis sich dann die Plottwists überschlagen und zu einem zugegeben gelungenem Ende führen. Hier hätte man gerne etwas kürzen dürfen, da sich ohnehin manche Szenen auch nur einfach wiederholen, statt die Story voran zu treiben. Die Darsteller können dafür gefallen. Johnson und Madsen sind sicher die Highlights in ihren undurchsichtigen Rollen, die noch manche Überraschung parat haben. Bleibt aber ein leicht überdurchschnittlicher Film, der aber eindeutig zu viele Durchhänger hat.
5,5/10

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