Monster's Ball heißt der Film und spielt damit auf den letzten Tag im Leben eines zu Tode Verurteilten an. Aber darum geht es in dieser Geschichte tatsächlich gar nicht (kein Remake von Dead Man Walking).
Denn Monster's Ball ist eine Geschichte über Rassismus. Rassismus und wie er überwunden wird. Die Hauptfiguren im Stück sind Billy Bob Thornton und Halle Berry. Alle anderen - und das macht sich leider sehr unangenehm bemerkbar - sind gesichtslose Statisten, ohne Geschichte und ohne Motive - der Film wirkt dadurch denn auch leider sehr unglaubwürdig.
Doch zurück zur Geschichte: Billy Bob Thornton arbeitet im Strafvollzug, Halle Berry ist zunächst einfach nur Ehefrau und alleinerziehende Mutter. Halles Mann wird in dem Knast hingerichtet in dem Billy Bob arbeitet. Dann lernen die beiden sich kennen.. oh Schicksal ...
Was immerhin ganz gut in dem Film gezeigt wird, ist dass Rassismus sehr tief sitzt und nicht einfach abgestreift werden kann wie ein altes Kleid. Billy Bob muss erst sehr Schmerzhaftes erleiden und dann zusätzlich noch viel, sehr viel, verändern um Glück erleben zu können.
Im Prinzip ist das eine schöne Geschichte und positiv hinzufügen kann man auch, dass Marc Forster sehr schöne Bilder dazu eingefangen hat. Aber wie schon vorher erwähnt, leider hinterlässt der Film keinen guten Eindruck. Denn auch die Hauptdarsteller agieren nicht nur großartig. Bei Billy Bob Thornton, der zwar deutlich besser ist als Halle Berry, stören die großflächigen Tätowierungen, die ein Gefängnissicherheitsbeamter ja nun wirklich nicht hat - Halle Berrys größtes Problem ist: Das sieht einfach zu gut aussieht. Niemand glaubt, dass diese Frau seit 11 Jahren ohne einen anderen Mann gelebt hat. Sie hat eine makellose Haut, eine extrem durchtrainierte Figur und soll dann auch noch ein leichtes Alkoholproblem haben - selten besser gelacht (dass man Figuren der asozialen Unterschicht auch ganz anders zeigen und spielen kann hat zwei Jahre später Charlize Theron in Monster ganz eindrucksvoll gezeigt!). Witzig, beziehungsweise eher lächerlich wirkt dann auch noch Halle Sohn, der stark fettsüchtig ist - das ist dann schon etwas zu dick aufgetragen - aber Auswirkungen auf den Film hat es nicht (der Sohn ist schließlich nur Nebenfigur), der könnte auch hochbegabt gewesen sein und nichts wäre anders gekommen. Doch schlimmer als solche Drehbuchnachlässigkeiten ist, wie Halle auf die drastischen Veränderungen in ihrem Leben reagiert.
Am Morgen nach einer sehr, sehr schicksalshaften Nacht geht sie einfach wieder zur Arbeit. Dass sie etwas verloren hat, sieht man ihr dabei gar nicht an. Ja, sie heult zwar mehrfach im Film (wie auch später bei der Oscar Verleihung) aber mit dem Ende einer Szene ist dass dann auch vorbei. Billy Bob geht da schon deutlich besser mit seiner Trauer um.
Unangenehm stößt dann zum Ende auf, dass die Geschichten hinter den Geschichten überhaupt nicht erzählt wurden. Weder erfährt der Zuschauer, weshalb Halles Mann zum Tode verurteilt wurde, noch weshalb Billy Bobs Frau Sohn und Mann verlassen hat. Insgesamt wirkt die Geschichte dadurch nicht komplett.