Um die Erde mit sauberer Energie versorgen zu können, baut der Konzern Lunar Industries auf der Oberfläche des Mondes Helium-3 ab. Ein einziger Mitarbeiter, gespielt von Sam Rockwell, ist vor Ort und hält die Anlagen instand, wobei er drei Jahre in Isolation verbringen muss, bevor er schließlich abgelöst wird. In wenigen Tagen kann er seine Rückreise antreten, was jedoch durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall durchkreuzt wird.
Gerade, weil "Moon" für ein geringes Budget von gerade einmal fünf Millionen Dollar abgedreht wurde, sodass die Macher im Grunde keine andere Wahl hatten, als auf Innovationen und Atmosphäre statt auf Effekte und Computertricks zu setzen, wurde der Sci-fi-Film bei diversen Festivals gefeiert, kollektiv als Geheimtipp empfohlen und damit leider auch etwas überhöht. Denn so philosophisch, spannend und atmosphärisch ist das Ganze im Endeffekt auch nicht geworden.
Letztlich sind dennoch viele gute Ideen und Ansätze vorhanden. Die Isolation des Protagonisten auf dem Mond, wo er nicht einmal in direkten Kontakt mit seiner Frau und der Firma treten kann, hätte durchaus die Grundlage für einen ausgezeichneten Sci-fi-Thriller geboten, genauso, wie der zentrale Twist, der in der Mitte des Films eingebracht wird und sich durchaus als einfallsreich und überraschend entpuppt. Immer mal wieder werden düstere, geheimnisvolle Szenen eingestreut, die durchaus punktuell für eine gespannte Atmosphäre sorgen, aber richtig durchstarten will "Moon" letztlich leider nicht so recht.
Vielmehr wirkt der Sci-fi-Film wie ein permanentes Anlaufnehmen, das immer wieder durch einen längeren Dialog, einen dramaturgischen Bruch oder schlicht weg überflüssige Sequenzen unterbrochen wird. Regisseur Duncan Jones, der hier dennoch ein achtbares Debüt abliefert, tut sich schwer damit, einen stringenten Spannungsaufbau zu erzeugen, wofür auch das langsame Erzähltempo und der eine oder andere logische Bruch verantwortlich sind.
Dies wiederum geht auch auf Defizite in der Story zurück. Man wird aus den Charakteren nicht wirklich schlau, sie bleiben distanziert, steril und unnahbar. Auch die Position des Computers "Gerty" wird nicht deutlich, da er doch eigentlich seinen Erbauern von Lunar verpflichtet sein sollte und nicht dem Mitarbeiter, der gerade im Auftrag der Firma auf dem Mond ist. So werden einige Fragen aufgeworfen, die nicht so recht beantwortet werden können und daran krankt "Moon" letzten Endes auch. Daran ändert auch die Tatsache, dass er sich keinerlei Konventionen fügt und Raum für Spekulationen lässt im Endeffekt nicht viel, da sich kein überdurchschnittlicher Unterhaltungswert einstellen will.
Da visuell aufgrund des Budgets sowohl in Hinsicht auf Effekte, als auch aufs Design sehr wenig geboten wird, steht und fällt "Moon" mit seinem Hauptdarsteller Sam Rockwell, der hier eine ausgezeichnete One-Man-Show zeigt. Rockwell, der bisher besonders in Nebenrollen, unter Anderem in "The Green Mile", "Frost/Nixon" und "Iron Man 2" sein Talent unter Beweis stellen konnte, zeigt, dass er ein facettenreicher Darsteller ist, der so ziemlich alles spielen kann und trägt den Film mit einer intensiven, authentischen Leistung über weite Strecken.
Fazit:
"Moon" ist sicherlich ein innovativer, unkonventioneller Film, bei dem einige gute Ideen zusammenfließen, aber nicht mehr als gehobener Durchschnitt. Zu viele Hänger und Längen leisten sich die Macher, zu billig wirkt die Optik, zu zerfahren und unstrukturiert erscheint der Plot, der trotz Rockwells ausgezeichneter Darstellung nicht so recht an Fahrt aufnehmen will. Dennoch stellt der Film eine empfehlenswerte Alternative zur Effekthascherei dar, die man so aus dem Genre kennt.
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