Der Energiebedarf der Erde wächst. Im vorliegenden Szenario, welches in einer nicht exakt bestimmten Zukunft spielt, findet sich die Lösung auf dem Mond. Auf der der Erde abgewandten Seite wird dort mit ferngesteuerten Erntemaschinen Helium-3 abgebaut, welches dann zur Erde geflogen wird. In einer Station auf dem Erdtrabanten überwacht Sam Bell einsam alle Arbeiten. Sein Dreijahresvertrag nähert sich dem Ende und er sieht seiner Rückkehr auf die Erde entgegen, wo Frau und Tochter warten. Doch nach einem Unfall bei einer seiner Außenmissionen ereignen sich merkwürdige Dinge, bis sogar ein vermeintlicher Doppelgänger von ihm in der Station auftaucht.
Aus dem Spiel zwischen Schein und Sein zieht der von Duncan Jones inszenierte Film seinen Reiz. Dabei ist er ein Vertreter der ruhigeren Science-Fiction, bleibt in Ausmaß und Personal minimalistisch. Man beschränkt sich überwiegend auf die Station, die aus ein paar Räumen besteht, ab und an geht es auch mal vor die Tür. Und für das angegebene Budget von 5 Millionen Dollar sieht das auch alles sehr brauchbar aus. Neben Sam Rockwell, der den Film durch sein sehenswertes Spiel quasi im Alleingang stemmt, hört man noch Kevin Spacey als KI, die Bell Gesellschaft leistet und unterstützt.
Die Station wirkt so einsam wie die karge Oberfläche des Mondes. Da lenkt nicht viel von dem eigentlichen Mysterium ab, das hier nach und nach ergründet wird. Dabei kann man sich als Zuschauer auf manche Dinge schneller einen Reim machen (Sams sich verändernder Zustand), als es die Figuren schaffen. Das mag mitunter ärgern, insgesamt ist „Moon“ aber ein schön durchkonstruierter und ohne zu viel Laufzeit ausgestatteter Genrebeitrag. Auffällig ist noch die musikalische Untermalung von Clint Mansell, die gefühlvoll und die jeweilige Situation passend untermalend aus den Lautsprechern fließt.
Mit seiner Limitation geht „Moon“ effizient um und holt aus dem Szenario und den Möglichkeiten gut was raus. Rockwell spielt famos und vielseitig, manche Überraschung im Skript sieht man kommen und so verpufft die Wirkung mitunter. Atmosphärisch und eine Sichtung Wert ist Jones' Regiedebüt aber in jedem Fall.