Bis heute leider sehr unbekannter Actionfilm von "Ronin" Regisseur John Frankenheimer, der zwar in den deutschen Kinos veröffentlicht wurde, doch auf Video leicht zensiert werden musste. Neben oben genannten "Ronin" und "French Connection 2" seine beste Regiearbeit, nach dem Drehbuch von John Sayles (Alligator, Das Tier) und Richard Maxwell (Die Schlange im Regenbogen). Warum der Film sozusagen unterging und bisher auch im deutschen Fernsehen nicht lief, bleibt ein Rätsel.
Der heruntergekommene Boxer Rick (Scott Glenn) bekommt von Toshio Yoshida (Sab Shimono) einen Auftrag. Er soll ein altes Schwert nach Japan überführen. Rick nimmt an und macht sich auf den Weg, ohne zu wissen auf was er sich da eingelassen hat. Er wird in einen Streit, welcher schon Jahrzehnte lang existiert, hineingezogen. Zwischen den Brüdern Toru (Toshiro Mifune) und Hideo (Atsuo Nakamura) entbrennt ein gnadenloser Kampf um das alte Schwert und Rick ist mittendrin, doch es fällt ihm anfangs wirklich schwer, sich für eine Seite zu entscheiden.
Auch wenn die Story an sich recht einfach klingt, so hat Frankenheimer daraus einen interessanten Clash zweier Kulturen gemacht. Rick kommt in ein völlig fremdes Land, wird zusammengeschlagen, gejagt und fast erstochen, dabei wurde er selbst nur als Ablenkungsmanöver missbraucht. Aber er gibt sich trotzdem der japanischen Kultur und der Kampfkunst hin, weiss aber anfangs immer noch nicht richtig, auf wessen Seite er steht. Wie immer wird bei Frankenheimer das Wort "Realität" groß geschrieben, das Finale mal abgesehen. Aber Rick ist kein Superheld. Er unterliegt seinen Gegnern immer und kann mehr oder weniger nur durch Glück entkommen. Somit lernt er die japanische Kampfkunst, doch das Training ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Er wird geschlagen gedehmütigt, mehrere Tage in die Erde eingegraben, doch er gewinnt immer mehr das Vertrauen des Senseis Toru und schägt sich auch auf dessen Seite.
Der Film hat zwar nicht sonderlich viel Action zu bieten, wird jedoch niemals langweilig, oder hat Durchhänger. Das Gegebene ist viel zu interessant dargestellt um zu langweilen. Die Actionszenen fallen auch immer ziemlich kurz aus, sind aber sehr brutal anzuschauen. Kleinere Shootouts mit sehr blutigen Einschüssen, auch mit Wurfsternen, Schwertern oder Pfeil und Bogen werden Gegner wortwörtlich hingerichtet. Das Finale bietet den Höhepunkt der Actionszenen, inklusive einem tollen Endkampf. Hier setzte Frankenheimer dann auf typische Brachialaction, welche zwar nicht realitätsgetreu ist, aber nun mal super ausschaut.
Dem ganzen Film hat er mit einem sehr tristen Look versehen. Amerika präsentiert sich sehr monoton, während Japan eher farbenfroh ist, doch das Wetter ist auch hier meistens schlecht.
Scott Glenn meistert seinen Part bravurös, eine seiner besten schauspielerischen Leistungen. Aber auch das restliche Feld agiert überdurchschnittlich.
Ein absoluter Geheimtipp für Freunde guter Action. 1A inszeniert, recht spannend, mit guten Darstellern versehen. Aber vorsicht, teils ziemlich explizit.