Double Body von Brian de Palma
Ein arbeitsloser Schauspieler, der nebenbei noch unter Claustrophobie leidet, steht im Mittelpunkt dieses De Palma Filmes um die Ermordung einer jungen Frau. Er wird von einem Kollegen augenscheinlich aus Mitleid in dessen teures Apartment mitgenommen, und darf dort einige Zeit bleiben. Angenehme Seite davon: auf der gegenüberliegenden Seite zieht eine Frau jeden Abend eine Stripshow ab, die durchs Fernrohr eifrig beobachtet wird.
Alleine im Apartment wird der Schauspieler immer mehr von der Frau gefangen, veliebt sich in sie, und spioniert ihr nach. Dabei bemerkt er, das auch ein andere, gruselig aussehender Indianer sie verfolgt. Diesem Mann mit Horrorfratze geling es, ihr den Wohnungsschlüssel zu klauen, und das Elend nimmt seinen Anfang. Denn die junge Frau wird bald darauf, durch ein Verschulden des Schauspielers, brutal mit einer Bohrmaschine ermordet. Und nun versucht dieser, das grausame Spiel zu enträtseln.
Inhaltlich hat der Film zwar Längen, ist aber durchaus spannend. Vor allem die ‚heissen‘ Stripszenen sind zum Heulen unerotisch, was natührlich mit der prüden Zensur in den USA zu tun hat. Ein bisschen rekeln hier, ein schwarzer Slip da, und fertig ist die Erotik. Die brutale Ermordung dagegen, auch wenn durch Zwischenschnitte erleichtert, ist umso brutaler Ausgefallen, und de Palma scheint sein Publikum durch extrem-Gewalt etwas bieten haben zu wollen. Wie dem auch sei: langatmig ist der Film an einigen Stellen, und eine Traumsequenz beinahe am Ende des Films macht die Sache nicht besser. Trotz diesen 80er Jahren Mängelns ist der Film gerade noch nicht peinlich, sondern sogar spannend. Und dazu trägt vor allem die Horrorfratze des Indianers bei, die, bei 4facher Vergrößerung des DVD-Spielers schön gruselig rüberkommt.
Kein Meisterwerk von De Palma, jedoch eine relativ solide Kost mit einigen übertriebenen Einlagen. 7/10