Das Brian de Palma ein großer Hitchcock-Verehrer ist, dürfte bekannt sein. In vielen seiner Filme lässt er seine Verehrung, in Form von Zitaten aus großartigen Hitchcock-Filmen, zur Geltung kommen! In "Der Tod kommt zweimal" sind es hauptsächlich "Das Fenster zum Hof" und "Vertigo" vor denen sich De Palma gelungen verneigt und zudem noch eine spannende Story zu erzählen hat.
Die Geschichte und das Drehbuch zu "Body Double" wirken insgesamt sehr ausgefeilt und haben Platz für einige mächtige Spannungsmomente. Vor allem in der Verfolgungsszene, im mittleren Teil des Films, mag die Spannung nicht abreisen. Geschickte Wendungen spielen zudem mit der Erwartungshaltung des Zuschauers und zum Ende hin darf er dann eigentlich alles, was er gerade gesehen hat, über den Haufen werfen. Oder etwa doch nicht?
Auffällig sind auch viele, teils, wirklich großartige filmische Leistungen und Spielereien die De Palma hat einfließen lassen. Vor allem die einige wirklich großartige Kamerafahrten, die es hier ab und an zu bewundern gibt, sind bemerkenswert. Aber das ist nur ein Beispiel von vielen!
Während des munteren Zitierens der zwei oben genannten Filme, drückt De Palma dem Ganzen dann aber auch zwei Extreme auf, die man so wohl nicht erwartet hätte. Zum einen darf man hier einem der brutalsten Morde der Filmgeschichte beiwohnen (allerdings "nur" angedeutet), zum anderen läßt er seine Figuren auch ganz offen über Sex und etwaige Spielereien (z. Bsp. "Natursekt";) ) in der Pornoszene sprechen und filmt eine Darstellerin (oder ihr Körperdubel) beim (angedeuteten) masturbieren. Ob de Palma damit die Zensur-Behörden ärgern wollte oder seinen Zuschauern einfach nur was völlig Unerwartetes zeigen wollte, ich weiss es nicht!
Unterlegt wird die ganze Geschichte dann noch mit einem großartigem Score, bei dem man sich ganz schnell in die alten Streifen des guten Alfred H. zurück versetzt fühlt! Hier wäre eine Neuauflage des OST wirklich mehr als wünschenswert! :)
Was die Darsteller angeht, so kann man insgesamt durchaus zufrieden sein. Craig Wasson stellt den voyeuristisch veranlagten Jake glaubwürdig da und auch Melanie Griffith, als zickige Pornodarstellerin gefällt.
Fazit: Spannende und äußerst zitatfreudige Hommage an zwei von Alfred Hitchcocks besten Streifen (inkl. weiterer Streifen wie z. Bsp. "Psycho")! Mit einer tollen, wendungsreichen Story, unerwarteten Extremen, netten filmischen Spielereien und einem guten Schauspielerteam macht das Zuschauen und mitfiebern hier einfach Spass! Zwar nicht unbedingt der beste Streifen De Palmas, aber doch einer, wie man ihn von einem Regisseur seiner Klasse erwarten darf!
Wertung: 8/10