Gerne denkt man manchmal an die 70er und 80er zurück, als es aufgrund der Sehgewohnheiten von Kindern noch nicht nötig war, alles in knallbunte und hektische Bilder zu verpacken.
Dieser norwegische Krimi bricht ebenfalls mit neuzeitlichen Konventionen, indem er auf eine beschauliche Erzählweise setzt und mit gefälligen Landschaftsaufnahmen glänzt. Nur die Story ist etwas zu simpel ausgefallen.
Eine norwegische Fischerinsel: Hier lebt die zwölfjährige Noora mit Bruder Morten und ihren Eltern. Als sie nach einem Sturm ein Robbenbaby findet, will sie es vor Jägern verstecken und gibt ein ominöses Paket, welches an einer Boje hing, an ihren Bruder weiter, der alles an Treibgut sammelt.
Noch ahnen die Kinder nicht, dass ihnen Drogenschmuggler auf den Fersen sind…
Als erstes fragt man sich, wie ein farbiges Mädchen in die hinterste Ecke Norwegens gelangt, doch kurze Zeit drauf beantwortet dies ein Rasta-Mann, der vor zwei Jahren hierher zog.
Dieser Umstand kommt dem Geschehen bereits entgegen und verleiht ihm einen leicht exotischen Touch. Hinzu kommen die leicht verträumt anmutenden Landschaftsaufnahmen, der schnittigen Motorbootsfahrten, einigen Tauchgängen mit der Robbe und kleinen Weitwinkel-Sequenzen, - das Setting ist optimal für ein abwechslungsreiches Abenteuer.
Auch mit der Figureneinführung lässt man sich Zeit, schildert Differenzen zwischen Noora und einem Gleichaltrigen, der wie sein Vater gerne Jäger werden will, was Noora zutiefst verabscheut und ihr zusätzlich Dampf macht, das Robbenbaby zu verstecken.
Dazu kommt die Mutter, bei der aufgrund eines kleinen Sturzes die Wehen einsetzen und nicht zuletzt die jungen Touristen, die sich rasch als Drogenkuriere entpuppen und zwei Pakete dringend zurück wollen.
So finden sich schnell Sympathieträger und dubiose Gestalten, die aufgrund ihres auffälligen Verhaltens zum Teil nicht nur die jungen Zuschauer in die Irre führen könnten.
Dennoch kommt man über diesen simplen Handlungsstrang mit den Kleinkriminellen nicht hinaus, so dass es im letzten Drittel auf eine simple Flucht mit dem Boot hinausläuft, bei der schließlich das titelgebende SOS vom Leuchtturm aus gesendet wird.
Phasenweise fühlt man sich an eine beliebige Folge der „Fünf Freunde“ erinnert, nur dass diese wesentlich schneller auf den Punkt kam und wesentlich mehr Humor mit einbrachte, was hier augenscheinlich schwer fällt.
So spielt man mit falschen Verdächtigungen, stellt Zusammenhalt unter Gleichaltrigen in den Vordergrund, zeigt mutige und auf Eigeninitiative beruhende Aktionen und bringt nach einer geschlagenen Stunde auch etwas Bewegung ins Spiel, - denn trotz ruhiger Bilder geschieht besonders für die etwas älteren Zuschauer auf Dauer etwas zu wenig, um überhaupt so etwas wie Spannung zu vermitteln, da Gut und Böse von vornherein definiert sind und letztlich nur die finale Konfrontation erwartet wird.
Für Kinder ist das hingegen eine durchaus spannende Angelegenheit, die zu keiner Zeit mit der Brechstange kommt, altersgemäß sachte umgesetzt ist und seine Protagonisten glaubhaft und lebensnah zeichnet.
Eine Geschichte, die mehr Facetten verdient gehabt hätte, aber charmant genug ist, um eben nicht nur die Kleinen einigermaßen zu unterhalten.
6 von 10