Der Titel ist Programm und trotzdem ist dieses Programm keine Heldenverehrung. Es ist die verhaltene Nacherzählung einer Soldatenkarriere im zweiten Weltkrieg - Eines Helden auf deutscher Seite . Und genau dies ist die Crux. Da ist ein strahlender Kriegsheld, Joachim Marseille, Sieger in 158 Luftkämpfen - aber eben auf deutscher Seite. Auf Seiten eines von Hitlers Nationalsozialismus entfachten Krieges. Stellt man den Film in den historischen Kontext, so ist er eine mehr oder weniger gelungene Heldenverehrung nach nationalistischer Betrachtung, individualisiert man ihn, so ist er die etwas gehemmte Nacherzählung eines jungen Mannes und seiner Zeit in der Wehrmacht.
Diesem Zwiespalt setzt sich der Film aus. Hier gibt es keinen Helden, der für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte streitet, hier gibt es nur einen Soldaten, der Gegener bekämpft. "Wir schießen sie ab. Sie schießen uns ab." Dieses Dilemma drückt der Film aus, wenn er Marseilles Vorgesetzen sagen lässt: "Jeder, der den Krieg mitmacht, der, wenn er Herz und Verstand hat, der muss den Krieg hassen."
Der Film liefert keine Antwort auf diese Gegensätze. Er lässt die Antwort offen. Wie sagt einer der Darsteller so schön? " Da kommt der liebe Gott ins stottern."und wenig später zitiert ein anderer aus einem Gedicht:: "Ist leider Krieg und ich begehre, nicht Schuld daran zu sein."
So belegt schafft der Streifen den Spagat zwischen politischer Correctness und deutscher Nachkriegsempfindlichkeit. Er ist somit ein Zeugnis über die Form der Vergangenheitsbewältigung in den fünfziger Jahren.
Für die fünfziger Jahre filmtechnisch perfekt ist er ein gelungener Streifen mit Darstellern, die in jeder Hinsicht ihren Anforderungen gewachsen sind.
Somit 8 von 10 Punkten.