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Das deutsche Independent-Label „Maximum Uncut Productions“ macht immer mehr von sich reden, nicht zuletzt, weil einige aufstrebende Filmer mit guten Erstlingen ins Auge fielen.
Mit einem 08/15-Zombie-Film sticht man allerdings kaum hervor, erst recht nicht, wenn die typischen Anfängerfehler sogleich den Genuss trüben und man ewig lange auf Untoten-Action warten muss.

Das steht und fällt letztlich auch mit der überaus simplen Story, die lediglich darin besteht, dass einige Gothics rund um den von Alpträumen geplagten Christoph auf dem Friedhof einen Dämon beschwören, woraufhin die Leichen ihre Gräber verlassen…

Die blassen Bilder der minder qualitativen Kamera und die Mimen, die kaum einen Satz ohne hölzernen Grundton herausbekommen, untermauern von Beginn an die preiswerte Kategorie der Produktion.
Was besonders während der ersten Minuten auffällt, ist die Unsicherheit im Editing, manche Szenen schlicht zu straffen oder andere gänzlich zu entfernen.
Natürlich muss die Hauptfigur Christoph und sein Trauma nahe gebracht werden, doch dazu gehören nicht lange Szenen beim Aufstehen, Frühstücken oder Telefonate mit Kumpels, - so etwas muss zackiger laufen und in der Hälfte der Zeit auf den Punkt gebracht werden.

Dazu kommen verdrehte Klischees der Grufties, die wohl eher der Metal-Anhängerschaft zugewiesen werden könnten, sei es Musik, Klamotten, aber auch das individuelle Verhalten einzelner Freaks.
Nicht so schlimm, doch auch hier findet viel Gerede um nichts statt, während die Kulisse des Friedhofs nichts Besonderes hergibt und innerhalb mancher Szenen viel zu schummrig abgelichtet wurde.
Erst als einer zum Pinkeln geht und der für diese Aktion sogleich sein bestes Stück verliert, nimmt die Chose ein wenig Fahrt auf, - bis dahin nähert man sich jedoch auch bereits fast einer kompletten Stunde.

Was folgt, sind überraschungsfreie Szenen mit Zombieangriffen, Fluchtversuchen, kleinen Konfrontationen und, immerhin, einer Menge größtenteils solide inszenierter Splattereffekte.
Da kullern Augäpfel, kriechen Maden in Wunden, werden Kopfschüsse verpasst, Schädel zerteilt und verwurstet und so manches Körperteil verloren, - erstaunlicherweise gelingt den Darstellern durch die Bank ein glaubhafter Gesichtsausdruck, wenn es um Schmerzen geht oder man dem Ende nahe ist.
Gleiches gilt für die Zombies, deren Masken recht ansehnlich ausfallen und mit ihren klassisch unsicheren Bewegungen zumindest ein wenig Atmosphäre ins Spiel bringen.

Ansonsten ist hier nicht alles übel, denn zumindest sind handwerkliche Talente zu erkennen, was sich bei der sicheren Kamera, der Musikauswahl und dem visuell gelungenen Einbinden diverser Alpträume abzeichnet.
Gerade gegen Ende kann man darüber hinaus mit netten Gimmicks punkten, wie einem Zombiehund oder einer Dämonenfratze, die aus einer Bauchdecke heraus bricht.
Überhaupt ärgert man sich im Nachhinein ein wenig, dass die Sache erst so spät zu Potte kommt und soviel Vorlaufzeit verstreicht, die einem fast schon das Interesse raubt.

Insofern ist dieser Zombiestreifen eine recht zwiespältige Angelegenheit.
98 Minuten sind für das Sujet eindeutig zu lang, das Potential der Story hätte da eher für ein zweites „Zombie Warrior“ ausgereicht. Ferner finden sich diverse Mankos auf Seiten der Dramaturgie, der Darsteller und der Erzeugung atmosphärischer Momente.
Hier fehlt noch deutlich das Gespür fürs Wesentliche und obgleich während des Showdowns einige ambitionierte Kniffe auszumachen sind, reicht das Gesamtpaket noch nicht für eine Empfehlung.
3,5 von 10

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