Nach Steven Spielbergs "Der weiße Hai" gab es wohl kaum eine andere Spezies, die in hunderten von B- und C-Movies im überaus beliebten Subgenre des Tierhorrors mehr für Angst, Schrecken und auch beschämendes Gelächter gesorgt hat, als die des Hais. Ob in diversen Prequels zum Spielbergschen Original, im modernen Revival namens "Deep Blue Sea" oder in unendlichen Trash-Machwerken von Nu Image oder "The Asylum": Der Hai ist der ungekrönte König der Creature-Movies!
Ein Titel wie "Shark Attack" klingt verheißungsvoll und macht Fans des Genres heißhungrig - doch wenn der Titel etwas suggeriert, was der Film selbst über weite Strecken nicht halten kann, macht sich schnell Ernüchterung breit.
Mit Casper Van Dien, dessen Auftritt in Paul Verhoevens Sci-Fi-Splatter-Klassiker "Starship Troopers" lediglich Engagements in zweit- und drittklassigen Produktionen zur Folge hatte (ein Schicksal, das eigentlich Oscar-Preisträgern widerfährt), entstand unter der Regie eines gewissen Bob Misorowski ein inszenatorisch routiniertes Machwerk, dem es allerdings an einer entscheidenden Zutat mangelt, um als Hailight in die Filmgeschichte einzugehen: Biss. Biss hinsichtlich der Story, die streckenweise von "Deep Blue Sea" abgekupfert ist - vor allem aber Biss, um einem solchen Titel wie "Shark Attack" überhaupt nur ansatzweise gerecht zu werden!
Zu Zeiten, als es noch nicht zur üblichen Vorgehensweise gehörte, die Kreaturen der Weltmeere mit stümperhaften CGI-Effekten zu animieren, war es ein preisgünstiges "Markenzeichen" der Produktionsschmiede Nu Image, Szenen aus Hai-Dokumentationen in das Filmmaterial einzufügen, um dem Zuschauer puren Realismus vorzugaukeln - und so besticht der Film in den wenigen, an einer Hand abzählbaren Hai-Attacken, vor allem durch die erschreckenden Nahaufnahmen echter Haie und den obligatorischen Hai-Attrappen - was jedoch alles nichts nützt, wenn die Angriffe selbst entsetzlich blutarm und ohne jegliche Dramatik inszeniert sind.
Darüber ließe sich sogar noch der Mantel des Schweigens legen, wenn der Film dabei nicht so entsetzlich zäh und langweilig wäre, und man den Unhold des dargestellten Übels nicht gleich bei seinem ersten Auftritt anmerken würde, dass er wenig ehrenwertes im Schilde führt.
Und so plätschert "Shark Attack" mit seiner vorhersehbaren Handlung und seinen eindimensionalen Charakteren einem actionreichen Finale entgegen. Die Verfolgungsjagden und Explosionen sind zwar zahlreich und solide in Szene gesetzt, können aber kaum verhindern, dass der Film unterer Durchschnitt ist und auf den Grund des Ozeans verdammt gehört.
4/10