Review

Haialarm auf TV-Niveau


Das letzte Jahrzehnt war eine „Hochkultur“ in Sachen Sharksploitation und Hai-Trash. Doch für den Start meiner diesjährigen #Shark Week habe ich mir einen Hai-Actioner ausgesucht, der weit, weit vor dem jüngsten Hype um diese filmische Gattung entstand. Wahret den Anfängen - oder so ähnlich... „Shark Attack“ ist (unübersehbar) ein Ende der 90er für's amerikanische Fernsehen produzierter Haihappen über einen Haiexperten, der nach Südafrika reist, weil sich dort seltsamerweise die Haiangriffe häufen. Als er da angekommen auch noch feststellen muss, dass ein alter Freund und Kollege mysteriöserweise verstorben/von Haien verzehrt wurde, ahnt er, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen könnte...

„Shark Attack“ ist nicht der mieseste Film aller Zeiten. Das muss ich ihm zugestehen. Aber das war es auch schon fast mit dem Lob. Viele Haiaufnahmen sind glasklar Stock Footage, aber immerhin echte Haie, Casper Van Dien ist auch auf Autopilot noch ein grundsolider Haudegen und das Ding ist bei weitem nicht so trashig und billig wie 98% der „Hailights“ aus den 2010ern. Doch das ist auch gleichzeitig leider ein großes Problem: denn „Shark Attack“ ist unterirdisch langweilig, was man einigen Asylum- und SyFy-Produktionen immerhin nicht vorwerfen kann. Die Figuren sind öde, das Pacing lässt Äuglein zufallen, der Score ist auffällig grottig, seinen TV-Standard kann er nie auch nur ansatzweise überspringen, die Story definiert Vorhersehbarkeit neu und Ernie Hudson ist zu bedauern, wohl nur für den (sicher übersichtlichen) Check da. Das ist insgesamt nichts Halbes, nichts Ganzes, weder Fisch, noch Fleisch. Und ein sehr madiger Beginn der Haiwoche, die für jeden Horrorfan den jährlichen Sommer gebührend abschließen sollte. 

Fazit: als Haihorror noch nicht gleich Trash war... was aber leider noch lange nicht heißt, dass „Shark Attack“ ein solider Film ist. Eher das Gegenteil. Eine generische Fischsuppe aus den späten 90ern. Nie und never auf Kinoniveau und so ziemlich genau das Gegenteil von unterhaltsam. Tut nicht arg weh, langweilt einem aber die Fußnägel hoch. Lieber „Deep Blue Sea“ aus selbigem Jahr (!) nochmal gucken. 

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