Review

Der skrupellose texanische Geschäftsmann Cosmo will sich und das marode Hafenviertel im englischen Newcastle mit einer großangelegten Grundstücksspekulation sanieren. Doch Jazzclub-Besitzer Finney stört das Geschäft, da er seinen kleinen, gut laufenden Club nicht verkaufen will. Cosmos Plan, Finney durch seine Handlanger mit Gewalt zur Vertragsunterzeichnung zu zwingen, kann Brendan, ein junger Angestellter des Jazzclubs, vereiteln. Damit bringt er sich und seine Freundin Kate, Cosmos Ex-Geliebte, in Lebensgefahr.

Einen eher bodenständigen Noir Thriller im englischen Arbeitermilieu liefert Mike Figgis mit Stormy Monday ab. Im Zentrum steht dabei ein kleiner Music Club in Newcastle, der einem US-Immobilienmagnaten noch fehlt, um sich das ganze Hafenviertel einzuverleiben und zu einem Luxusviertel upzugraden. Das Problem ist, das Besitzer Sting in Person des Eigentümers Finney, halt eben durch und durch Musiker ist und seinen Key Club nicht jedem hergelaufenen Ami mit dickem Geldkoffer in den Rachen schmeißen will.
Um die Figuren noch ein wenig enger zu verweben wird eine Love Story zwischen Brendan und Kate eingestreut, der eine ist utze im Key Club, während sie die Ex von Cosmo selbst ist, der inzwischen auch nicht vor kriminellen Mitteln zurückscheut, um sein Großprojekt voranzutreiben und zwei Gangster auf Finney ansetzt, um den renitenten Mann umzustimmen.
Man kann dabei regelrecht die melancholischen Untertöne spüren, denn mit Krawall und Shootouts hat der Film wenig im Sinn. Es geht um ehrliche Charaktere, der wirtschaftliche Abgesang eines Viertels, aber auch für meinen Geschmack etwas zu viel musikalischen Beiträgen. Wer jetzt nicht gerade auf Jazz steht, kommt doch schon mal in die Versuchung das Ganze mit der Vorspultaste abzukürzen, auch wenn die Stücke nun von Vollblutmusikern gespielt werden und sogar Sting selbst den Bass zupft. SO lebt der Film von seiner einfachen leicht düsteren Atmosphäre, soliden Darstellern recht gut, nur der Shwodwon hätte gerne etwas dynamischer sein können. Trotzdem insgesamt gut britische Handwerkskunst.
6/10

Details
Ähnliche Filme