Review

„Ich hasse Waffen!“

Der zweite Spielfilm des britischen Regisseurs Mike Figgis („Leaving Las Vegas - Liebe bis in den Tod“) ist die britisch-US-amerikanische Koproduktion „Stormy Monday“, ein Krimi/Thriller-Mix aus dem Jahre 1987. Figgis stand noch am Anfang seiner Regie-Karriere, was man dem Film durchaus anmerkt.

„Lass dir für jede Ausgabe eine Quittung geben!“

Kapitalist Cosmo (Tommy Lee Jones, „Men In Black“) hat das etwas heruntergekommene Hafenquartier im englischen Newcastle für sich entdeckt und wittert mit einer Luxussanierung den großen Reibach. Finney (Sting) hingegen betreibt dort einen gut laufenden Jazz-Club und sieht keinen akuten Bedarf, seinen Laden Cosmo für ein paar Scheine zu überlassen. Cosmo ist es nicht gewohnt, nicht zu bekommen, was er will, und setzt Finney mit unterlauteren Mitteln bis hin zu handfester Gewalt unter Druck, doch dieser zeigt sich renitent und lässt sich nicht ohne Weiteres unterkriegen. Unterstützung hat er in seinem jüngsten Mitarbeiter Brendan (Sean Bean, „Pixels“) gefunden. Dass sich dieser jedoch mit Cosmos ehemaliger Bettgespielin Kate (Melanie Griffith, „Cherry 2000“) einlässt, macht die Lage nicht unbedingt weniger brisant…

Figgis‘ neo-noiriger Anti-Gentrifizierungsfilm präsentiert eine Melanie Griffith mit schlimmer Frisur, Musiker Sting mit schauspielerischem Talent, schöne Bilder, gute Kameraarbeit und passend zum Club-Ambiente viel tolle Musik (außer der des Krakauer Jazz-Ensembles – Himmel, hast du keine Flinte?). Eigentlich ist also alles da, um einen sympathischen, unterhaltsamen Film mit einer ein soziales Gewissen transportierenden Aussage zu erschaffen. Leider erzählt Figgis seine Geschichte derart quälend langsam, dass sie irgendwann nur noch profan wirkt, aller Noir-Atmosphäre zum Trotz. Das ist schade, unverständlich und mutmaßlich hauptverantwortlich dafür, wie schnell dieser Film trotz seines Ensembles in Vergessenheit geriet.

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