Im dunklen Mittelalter tötet der machtgierige Voltan seinen Vater und die Braut seines Bruders Hawk. Bevor der Vater ermordet wird, kann er seinem geliebten Sohn Hawk noch ein magisches und machtvolles Schwert schenken, das mit dem Verstand Hawks agiert. Damit ausgerüstet stürzt er sich in die Schlacht der Gerechtigkeit, bei dem er nicht nur um die Vergeltung seines Vaters kämpft, sondern auch die Welt vor der Schreckensherrschaft seines Bruders Voltan befreien will.
Aua, aua, ohne jetzt zu viel spoilern zu wollen, aber wer sich Hawk´s Geschichte anschaut, der sollte ein gehörig Maß an Trashvorliebe mitbringen. Alles in diesem Film schreit einem das Wort billig entgegen, seien es die wirklich spartanisch eingerichteten Sets, der als Spielwiese hauptrollende Wald oder natürlich die amateurhaften Spezialeffekte (denen man ihre 30 Jahre auf dem Buckel in jeder Sekunde anmerkt), alles wurde für das sprichwörtliche Appel und Ei Prinzip produziert, so daß ich während des Abspanns wirklich nur auf den Namen Roger Corman gewartet habe, der aber mit diesem Werk wohl nichts zu tun hatte.
Die Handlung an sich reißt ebenfalls keine Bäume aus, ein Bruder ist böse weil er eben böse ist, der andere ein edler Recke weil er halt ein Guter ist. Böse Voltan kloppt Vater tot (auch wenn er eigentlich älter aussieht als sein Daddy und sogar einen Ziehsohn hat der in etwa Hawks Alter hat, also beim Casting hat wohl niemand auf Plausibilität oder sowas geachtet) und entführt eine Äbtissin, will aber im Grunde nur den Zweikampf mit seinem verhaßten Bruder. Dieser besorgt sich aber flugs im Tolkien Fan Shop einen Elf, einen Zwerg und einen Riesen und gibt der gigantischen Übermacht Saures.
Anscheinend sollte der Hüter des magischen Schwertes ja ein Pilotfilm für eine nicht realisierte Serie werden, aber das fällt mir schwer zu glauben, weil mir ein echtes Klientel zu fehlen scheint. Fantasy war zwar in den 80ern in Mode, aber wenn schon für den Pilot so gut wie kein Geld vorhanden war, wie hätte denn dann die Serie aussehen sollen, da hätten wohl auch potentielle Fans doch lieber zu den dutzenden anderer Filme gegriffen, die während dieser Zeit gezimmert wurden.
Aber wie schon geschrieben, wer ein Herz für naiven Trash hat, sollte hier an vielen Szenen seine heillose Freude haben. Allein schon wie Jack Palance hier overacted als wär dies sein letzter Film ist ein wahres Augenfest. Auch die hier präsentierten Waffen, wie die halbautomatische Armbrust, oder das niedliche titelgebende Schwert mit eingebautem Grünlicht sind einen Hingucker wert, besonders wenn man beachtet das im gesamten Film niemand auch nur annähernd eine realitische Vorstellung hat, wie man mit solch überlangen Buttermessern umzugehen hat. Auch das Armbrustdauerfeuer wurde billig gelöst, indem man die Abschußszene einfach kurz hintereinander mehrfach wiederholt (fällt ja auch gaaaaaar nicht auf). Ebenso erwähnenswert finde ich die Ernsthaftigkeit mit der die Darsteller ihre mauen Zeilen zitieren, ohne sich ein Lachen zu verkneifen, echte Professionals also.
Also wenn man Hawkyboys Story objektiv bewerten müßte, kämen da nicht mehr als 2 oder 3 Punkte zusammen. Aber in Kombination mit der teilweise stümperhaften Umsetzung, kann man sich in vielen Situationen über den Film einfach herrlich amüsieren (auch wenn die Macher das sicher nicht so geplant hatten). Man achte nur auf das Swordsplay aller Beteiligter und wenn ich mich jetzt nicht täusche ist über die gesamte Laufzeit auch kein einziger Blutstropfen zu sehen. Inklusive Trashbonus gibts von mir sogar 6/10