Nachdem vor vierzehn Jahren der Van Damme-Streifen eher zu einer Trashgranate verkommen war, will man nun erneut versuchen aus dem SF-Franchise möglichst viel Profit rauszuholen. Diesmal steht also Chun-Li im Fokus.
Viel wurde ja schon über dieses Machwerk gespottet, aber so schlimm ist er im Endeffekt auch nicht. Da hat mir "Dragonball: Evolution" schon eher sämtliche Mahlzeiten vergangener Tage wieder hochkommen lassen. Vielmehr kann sich der Film gleich neben "DOA" zu den anspruchslosen Fun-Movies einreihen. Die Handlung ist dementsprechend auch nicht so besonders:
Der böse Bison (Neal McDonough) nimmt Chun-Li in Kindestagen den Papi weg und plant auch ansonsten finstere Sachen. Sein Gewissen hat er ja eh seiner Tocher vererbt, obwohl mir nicht wirklich in den Kopf will, was dieser unnütze Subplot dem Film am Ende gebracht hat. Jahre später darf Chun-Li (Kristin Kreuk) ihre Kampfkünste bei einem kundigen Ex-Finsterling und Meister perfektionieren und auch das Kame-Hame-Ha (ich weiß nicht mehr wie das Ding in SF hieß) erlernen, weil besagter Meister die Arbeit lieber einem kleinen Mädchen überlässt, da er selber nix drauf hat. Man kennt das ja aus vielen anderen Filmen mit ähnlichen Muster - Meister trainiert Jüngling, weil er sich selber nix zutraut. Bison hat auch allerlei finstere Gestalten um sich gesammelt, die aber außer grimmig Gucken auch nicht viel auf Lager haben. Schlussendlich kommt es dann zum Showdown zwischen Chun-Li und Bison.
Überraschenderweise macht Kristin Kreuk (Eurotrip) ihren Job in diesem Film noch am besten, während Neal McDonough (Walking Tall) als Warlord auch noch in Ordnung geht. Aber den Rest kann man getrost vergessen. Chris Klein (Rollerball) sollte bei den Komödien bleiben und Robin Shou (Death Race) war eh nie besonders gut - selbst in "Mortal Kombat". Michael Clarke Duncan (Daredevil) brumt, grinst und lacht sich durch den Film - was ist nur aus dem Mann geworden? Moon Bloodgood (Terminator - Die Erlösung) spielt ein Stücken besser als ihr Filmpartner Klein, kann aber auch keine eigenen Akzente setzen. Aber der Totalausfall muss natürlich wieder mal aus der Musikbranche in Form von BEP-Member Taboo (ist das überhaupt 'n richtiger Name?) kommen - er als Vega ist eine absolute Witzfigur und wird der Vorlage in keinster Sekunde gerecht. Warum gibt man den Black Eyed Peas-Flitzpiepen überhaupt Filmrollen? Außer Knackarsch Fergie will ich keinen von denen sehen, weder in 'nem Film noch auf der Bühne.
Actionmäßig hätten vor allem die Kämpfe länger gehen können und insbesonderer Vega wird von Chun-Li in wenigen Sekunden ohne große Probleme abserviert. Da kommt dann der finale Kampf zwischen Li und Bison noch am besten weg - vor allem Bisons Abgang hat was. Ansonsten kann man für PG-13-Verhältnisse wirklich nicht meckern.
Insgesamt ist es ein kurzweiliger Unterhaltunsfilm, der durchaus Laune machen kann. Und mehr wollte man damit wohl auch nicht bezwecken. Für einen gemütlichen DVD-Abend taugt er immerhin - am besten zusammen mit "DOA" und "3 Engel für Charlie" - also nettes Entertainment mit knackigen Babes und solider Action für Zwischendurch.
Dazu muss ich auch gestehen, dass ich die SF-Games lediglich mal bei einem Kumpel gezockt habe, da ich früher lieber "Mortal Kombat" zockte. Immerhin eine Comic-Adaption des Spiels besitze ich. Darum stören mich auch die Differenzen zwischen Spiel und Film hier nicht großartig.