„Streetfighter“ als Film mit Jean Claude van Damme und Kylie Minogue – irgendwie trashig unter Einfluß von Alkohol.
„Streetfighter“ als Film mit Kristin Kreuk und Chris Klein – das ist nur noch pervers, in etwa als würde Christian Bale in „American Pie 7“ unterschreiben.
Aber egal, nun ist es ja passiert, irgendwer hat wohl die Eingebung gehabt, daß trotz sechs Dezillionen anderer verfilmbarer Spiel jetzt doch mal wieder der alte „Streetfighter“ für Kinowerk herhalten sollte und einige komplett durchgeknallte Investoren haben dafür sogar 50 Millionen Dollar locker gemacht.
Damit wäre der komplette Wahnwitz auch schon abgewickelt, die Geschichte bewies, so ist an den Kassen kein Staat zu machen, voll 17 Prozent des Budgets spülte der Film in den Staaten wieder in die Kassen und das hätte eigentlich vorher klar sein sollen.
So verständnisvoll man an die Sache rangeht, aber wer will schon einen Film über eine asiatische Fighterin sehen, die von Miss „Smallville“ dargestellt wird, einem nun wirklich gar süßen Mädchen, die aber nun so gar nicht „ass kickt“, wie man es sich von einem toughen Girl wünscht. Vielmehr hängt ihr noch der Schneewittchen-Ruf nach und den wird die Holde leider nicht los.
Aber immerhin ganz schön dreist, wie sie in Rückblenden von der 5jährigen Asiatin zur 10jährigen Teilasiatin und dann zu Miss Total-American Kreuk wird, das nennt man wohl Anpassung an die Gegebenheiten.
Was sonst noch los ist, fällt dann auch mehr unter die Kategorie total redundant, der Film rekapituliert noch einmal eine Fehde mit dem bösen General Bison (der hier dann am Ende auch gleich ins Gras beißt...!!!), inclusive Muttertod, Vaterentführung, etwas mystischen Brimborium und einer Karate Kid-Ausbildung, bei der man u.a. auch versuchen darf mittels Tai-Chi ein paar Energiebälle mit den Händen zu formen.
Ergo läuft Frau Kreuk lange durch Bangkoks Straßen, nervt mit überemotionalem Voiceover, kriegt hier mal ein Lektiönchen und da mal ein Training und mischt dann mittels Wirework sowohl böse Buben als auch ihre Karriere auf.
Robin Shou macht auf Mentor, Neal McDonough auf eine Art russischen Bison-Bösling und Michael Clarke Duncan als Henchman hat wohl dringend Arbeit nötig. In den Voiceoverpausen ziehen sich dann noch Chris Klein als Interpol-Slacker und Moon Bloodgood als angeblich native Bangkokerin, die in Wirklichkeit gerade mal ein Drittelchen Koreanerblut inne hat, ganz schön frech.
Aber so läuft das in diesem Regelstandardrachegekloppe, das irgendwie nett ausschaut, aber nie über gutes TV-Format herauskommt, bei dem so einige Anschlußfehler zu bemerken sind und sich die Heldin in einer Szene glatt aus einer belagerten Damentoilette herausbeamt, was alles noch glaubhafter macht.
Andrzej Bartkowiak versteht eigentlich den B-Action-Job und hat sogar Onkel Seagal zu einem Comeback verholfen, aber schon in seinem Videogame-Vorgänger „Doom“ zu sehr das Banale im Besonderen betont. Dafür hat er aber (als gelernter Kameramann) ein Händchen für schöne Bilder.
Wem also sowieso schon bei jeder „Smallville“-Folge der Riemen schwillt, wenn Frau Kreuk ihre Eichhörnchenaugen effektvoll in Szene setzt, der ist hier ein Fall für die sexuelle Dauererregung, aber den Job bei der Serie hätte ich für diesen Käsekuchen von Film jetzt doch nicht geschmissen. Immerhin hängt sie sich richtig rein, aber alles in allem wirkt das wie eine Parodie auf das Thema, wenn auch todernst runtergekurbelt. (3/10)