Review

Nun gibt es so einige Verfilmungen zu bestimmten Videospielen; ein paar wenige gute, und viele schlechte. Gerade mit Fight-Spielen meinte man es nie besonders gut. Siehe "Dead or Alive" oder "Street Fighter" (und auch ich, als Van Damme-Fan, kann da nicht so recht Verständnis aufbringen), oder Double Dragon (armer Marc Dacascos... Mensch, was hat dich geritten?)


Aber nun gut, jetzt sind wir tatsächlich bei einer neuen Street Fighter-Verfilmung angekommen. Nachdem die Animes hierzu ja teils sehr gut waren (man muss natürlich Fan sein), hatte man nach dem Van Damme-Debakel ja nun wirklich nicht mehr an einen ernsthaften Versuch gedacht, das Ganze nochmal aufzuwärmen und einen Neuversuch zu starten. Warscheinlich spielte das Release von "Street Fighter 4" als Spiel hier eine entscheidene Rolle (das Spiel macht übrigens unheimlich Laune).

Die Geschichte ist hier nicht so sehr das Nonplusultra. Kurz: Chun-Li's Vater wird von Bison entführt und sie will ihn finden, und lernt dabei vom großen Meister Gen noch mehr Kampfkunst.
Ohne jetzt mit Details um die Story um mich zu schmeißen, lässt sich sagen, dass sich der Inhalt aus so einigen B-Actionern wiedererkennen lässt, was im Grunde ja nicht schlimm wäre, wenn man B-Action-Fan ist.
Street Fighter-Fans (wie ich, aber auch B-Fan) erwarten da schon mehr. Mal abgesehen davon, dass ein paar inhaltliche Fakten verdreht worden sind (ich nenne sie nicht, denn sie würden Spoiler enthalten; der Fan weiß hoffentlich, was ich meine), wurden die wenigen bekannten Rollen nicht sonderlich bedacht besetzt. Chun-Li macht ja optisch was her, aber so hundert prozentich passen tut's da nicht ganz; und die Vor-Choreographie ist schwer bemerkbar. Dennoch ist sie ein symphatisches Mädel. OK, Vega hat einen schönen Auftritt, dennoch verdammt kurz. Der Balrog-Typ kam mir irgendwie bekannt vor... (ist das nicht der von "The Green Mile"?), und Gen... Robin Shou in allen Ehren, aber als Gen... naja, vielleicht hätte man da noch ein bischen länger suchen können.
Bison allerdings wirkte auf mich schon wie ein Volltreffer. Ihn hätte ich gern in seiner gewohnten Street Fighter-Montur gesehen, nur um zu sehen, ob's passt. Irgendwie hatte der was. Nur die Hintergrundgeschichte war etwas, ich sag mal vorsichtig, dämlich.

Es fehlt schon irgendwie der Zusammenhang zu Street Fighter. Das Turnier wird am Ende angedeutet (verdammt! jetzt hab ich doch gespoilert!), dennoch hätte man das Ganze großzügiger verpacken können. Letztlich hätte dies doch auch ein Auftakt zu einem weiteren großen Film sein können, in dem DAS Street Fighter-Turnier stattfindet, mit all unseren Lieblingen (Ryu, Ken, Blanka, Cammy, Dhalsim usw.), um nochmal zu zeigen, dass der Street Fighter-Film an sich nicht 1994 endete, sondern dass es besser geht.

Im großen und ganzen bleibt ein relativ unterhaltsames B-Action-Filmchen mit gewissen Defiziten und großem Namen. Fans müssen kucken, der Nicht-Fan sollte lieber beim Kino-Gebolze bleiben. Oder auch nicht, denn schätzungsweise wird kein Street Fighter mehr ins Kino kommen und somit bleibt hier noch eine Gelegenheit.
Als Fan gibt man natürlich die Hoffnung nicht auf. Vielleicht schaffen es Ryu, Chun-Li und Co. nochmal die große Masse zu erfreuen. Schön wär's.

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