„BRING MIR DEN KOPF VON ALFREDO GARCIA" befiehlt Großgrundbesitzer El Jefe, als er erfährt, dass eben jener Herumtreiber seine Tochter geschwängert hat.
Diese Eröffnungs-Sequenz dient als Aufhänger für eines der bekanntesten Action-Dramen der Filmgeschichte. Sam Peckinpah, der mit Werken wie THE WILD BUNCH (1969), THE GETAWAY (1972) und STEINER - DAS EISERNE KREUZ (1976) Filmgeschichte schrieb, inszenierte eine düstere und gnadenlose Mischung aus Western-Abenteuer und Krimi-Drama.
Dabei wittert der Bar-Pianist Bennie die große Chance auf die Belohnung von 1 Mio. Dollar, weil seine Freundin weiß, dass Alfredo bereits zwei Meter unter der Erde liegt und sich demzufolge auf der Suche nach seinem Grab begibt. Dass er dabei natürlich von einer schier übermächtigen Horde an Kopfgeldjägern verfolgt wird, macht die Aufgabe nicht unbedingt leichter.
Von den Kritikern hochgelobt gilt dieser Streifen für viele Cineasten als Meilenstein des Genres, weil Peckinpah einen sympathischen Antihelden auf der Gratwanderung zwischen menschlichen Vorstellungen wie Glück und Partnerschaft und auf der Suche nach Selbstverwirklichung und persönlichem Glück andererseits geschaffen hat. Aufgrund dieser typischen Charakter-Zeichnungen fernab der üblichen Gut-Böse-Schemata jenseits des Mainstream-Kinos avancierten fast alle seiner Werke zu Kultfilmen. Seine filmischen Einzelkämpfer haben dabei jederzeit die Sympathien der Zuschauer inne, obwohl von Beginn an aufgrund der düsteren Grundstimmung fast zu keiner Sekunde Aussicht auf ein obligatorisches Happy-End besteht. Mithilfe dieser Stilmittel gelingt es Peckinpah auch in vorliegendem Werk eindrucksvoll, eine prinzipiell einfach gestrickte Story über knapp 110 Minuten ohne jegliche Längen interessant zu gestalten. Dabei zeigt er das Leben in Mexiko von seiner rauen und unansehnlichen Seite, wie man es von ihm gewohnt ist. Es gibt weder nette Mädels, die im Saloon vergnügt das Tanzbein schwingen noch den braven gesetzestreuen Sheriff, der die florierende Kleinstadt fest im Griff hat. Nein - Sam Peckinpah's Welten sehen anders aus.
Was ich trotz dieser vielen Vorzüge vermisst habe, ist der letzte Schliff, der den Streifen vom guten zum hervorragenden Erlebnis erhebt, den ich auch noch ein zweites und drittes Mal gerne wieder ansehen möchte. So aber bleibt ein überdurchschnittliches Action-Drama mit düsterer Grundstimmung und harten Shoot-Outs übrig, das von seiner Inszenierung zwar überzeugt, als Gesamtwerk aber zu wenige wirklich geniale Momente bietet. Mag sein, dass das allerdings auch nicht unbedingt mein Lieblings-Genre ist - Eine Empfehlung kann ich aber dennoch uneingeschränkt aussprechen!
(7 / 10)