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Inhalt:

Die chinesische Marine vollführt vor der Küste eine Manöver-Übung, dabei Fähigkeiten wie ihre Feuer- und Einsatzkraft beweisend. Beobachter dieses Manövers ist der alte Kriegsveteran An (Liu Yung). Der leitende Admiral des Manövers ist der Sohn von Captain Hu Jing Duan. Unter diesem Captain diente der Veteran An einst im Weltkrieg gegen die Japaner, und er erzählt Hu´s Sohn die Geschichte, wie er an der Seite Hu´s das japanische Schlacht-Schiff Izuma angriff....

China im Weltkrieg, die Japaner haben weite Teile der chinesischen Küste besetzt. Auch Shanghai ist in ihrer Hand, und das Schlacht-Schiff Izuma schickt sich an, die Mündung des Yangtse-Flusses zu bedrohen, dann könnten die Japaner auch ins Landes-Innere vordringen...

Während die chinesische Admiralität zögert, wollen Captain Liang (Ti Lung) und der Commander des Torpedo-Boots 102 Hu Jing Duan (Chi Kuan Chun) die offene Auseinandersetzung mit den Aggressoren. Liang überwacht die Mündung des Yangtse, während Hu den Vorstoß durch minenverseuchte Gewässer wagt! 
Doch dieser misslingt, das Torpedo-Boot 102 wird von den Japanern aufgebracht, und zerstört. Nur mit Mühe gelingt es Hu und einigen seiner Leute die rettende Küste zu erreichen. 

In Shanghai versuchen sie, mit Song (David Chiang), einem Triaden und Waffenhändler, Kontakt aufzunehmen, welcher mit den Japanern dahingehend kollaboriert, als dass er ihnen Proviant verschafft. Song zur Seite steht hierbei ein ebenso selbstüberzeugter wie hitziger junge Mann namens Xiao Liu (Alexander Fu Sheng). Beide kollaborieren mit dem Feind, obwohl dieser sie verhöhnt, Captain Hiroda (Shan Mao) tut sich hier besonders hervor.

Hu, An und ihre Männer operieren indes von der Wohnung der Gattin Hu´s aus, die in Shanghai lebt, und schwanger ist. Das Bindeglied der Kampfgruppe hin zu Song bildet die Prostituierte Cui (Shih Szu). Hu, An und ihre Männer beobachten, wie Cui einen japanischen Admiral und 2 seiner Gefolgsleute erschießt. 

Dies setzen sie nunmehr als Druckmittel ein, Song auf ihre Seite zu ziehen. Sie wollen und müssen seine Kontakte zu den Japanern nutzen.
Letztendlich willigt Song San ein, den chinesischen Marines zu helfen. Nunmehr drängt die Zeit, da die Japaner dabei sind, die Blockade des Yangtse zu durchbrechen!
Captain Liang stirbt im heldenhaften Kampf. An und Hu wollen nunmehr erst recht Rache nehmen und die Izuma versenken.

Es muss schnell gehandelt werden, die Izuma wird Shanghai bald verlassen. Vorher soll Proviant geladen werden, für den ja Song San verantwortlich ist. 
Doch in den Körben die per Kran an Bord der Izuma gehievt werden, befindet sich nicht nur Gemüse, sondern auch die Männer An´s und Hu´s. Song und An verschaffen sich durch eine List Zugang zu Hiroda und dem Captain der Izuma. Dieser ist hinter 2 Pferden aus Jade her, die Song besitzt.
Doch im Schmuckkästchen befinden sich nicht nur diese beiden Kunstgegenstände, sondern auch eine Pistole! 

Der Captain wird erschossen..., der Show-Down um die Izuma ist eröffnet!
Wird es den chinesischen Kämpfern gelingen, die Kontrolle über die Izuma zu erlangen, und das Schiff zu versenken....?

Fazit:

Sehr gut! Der Film "The naval commandos" ist ein sehr ungewöhnlicher Action-Streifen Chang Cheh´s, den dieser im Jahre 1977 für die Shaw Brothers realisierte. Der Film hat eine geradlinige Story, eine SuperStar-Riege par excelence, und die Action ist hart und kernig.

Mir gefiel der geradlinige, stringente Aufbau dieses Actioners, die Schauplätze und der klar herausgearbeitete Spannungs-Bogen.

Die Action: Natürlich ist der Show-Down auf der Izuma der Höhepunkt des Streifens. Knackige KungFu-Fights, Bajonett- und Feuerwaffen-Action sind hier gut durchmischt. Die KungFu-Fights sind solide Kost und spannend arrangiert, hier ragt ein Duell zwischen Chi Kuan Chun und Alexander Fu Sheng -die sich anfangs spinnefeind sind- heraus.
Dank der Anleihen beim Italo-Western hinsichtlich der Geräusch-Kulisse, ist auch die Handfeuerwaffen-Action interessant und ansprechend, die Bajonett-Action ist gut choreographiert.

Die Darsteller: Klasse. Chang Cheh fährt hier wieder ein SuperStar-Aufgebot erster Güte auf. Okay, die weiblichen Rollen sind -wie sollte es bei Chang Cheh auch anders sein?- äußerst einspurig. Shih Szu sticht hier noch hervor, sie spielt ihren Part solide herunter. 
Ti Lung..., sein Auftritt ist kurz, aber heldenhaft. Er hat hier keine gemeinsame Szene mehr mit David Chiang, da beide Darsteller hier bereits zerstritten waren..., David, er spielt einen Kollaborateur, der sich einsichtig zeigt, soweit überzeugend wenn auch sehr missmutig, und er kämpft wendig, wie man es von ihm kennt.
Chi Kuan Chun mimt wieder den ehrenvollen, ernsten Kämpfer, mutig und angriffslustig, ein starker Auftritt. Das gleiche gilt für Alexander Fu Sheng. Er, der ja oft den Schalk im Nacken hat, ist hier bierernst..., so kann er gefallen, und in den Action-Sequenzen ist er flink und agil.

Der heimliche Star ist für mich allerdings Liu Yung. Listig und umsichtig leitet er die Aktionen seiner Männer..., das gefiel mir sehr gut.

Mankos? Sicher..., wer etwas finden will, der findet auch hier welche. Manche mögen den Streifen unrealistisch finden.., ich sah da über manches hinweg. Wie so oft, man denkt eigentlich über solche Dinge nicht nach, das zu wenig Deckung genommen wird usw., usf.
Dann ist jeder Western unrealistisch..., Punkt, aus.

Manche werden sagen, der Film ist zu patriotisch. Na und? Klar ist der Film patriotisch..., er spiegelt die Dinge aus chinesischer Sicht wieder. Welcher U.S.-Film mit Militär-Bezug ist nicht patriotisch..., aber da jubelt das deutsche Mainstream-Popcorn-Kinopublikum..., so what?

"The naval commandos" ist ein interessanter, gleichwohl natürlich unterhalten wollender, Kriegs-Eastern ala Shaw mit vielen großen Stars des legendären Studios.

Ich vergebe sehr knappe 8/10 Punkte, die vielleicht nur ein eingefleischter Shaw-Fan vergibt... 

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