Die breite Masse hat noch nie was von ihnen gehört und doch sind gerade diese Filme oftmals mit Abstand besser als das was einem so auf der großen Leinwand zugemutet wird. Es ist natürlich von Independends die Rede. Die Filme die mit einem sehr geringen Budget auskommen, sollte man meinen. Doch keine Kunstform ist so teuer wie das Filmemachen und gerade was in den Blockbustern an Millionen verpulvert wird, das spottet jeder Beschreibung. Doch wie gesagt, selbst eines dieser „billigen“ Filmchen kostet zwischen 200000 oder einer Million. Ein Budget das du und ich normalerweise niemals auftreiben können, ohne Investoren. Doch es gibt 2 Filme deren Kosten sich jeder von uns im Laufe der Zeit hätte ersparen können. Der erste ist El Mariachi von Robert Rodriquez (7000 Dollar) der zweite ist eben Christopher Nolans Following (6000 Pfund). Doch während ersterer zweifellos einen gewissen Charme hat, schneidet er ohne das Hintergrundwissen über die Entstehung, also nach normalen Maßstäben betrachtet, ziemlich schlecht ab. Following aber ist auch so ein ganz starker Film, ein kleines Meisterwerk.
Christopher Nolan ist schon jetzt ein ganz großer Regisseur. Mit The Dark Knight hat er kürzlich einen Meilenstein geschaffen, welcher nicht nur das Genre des Comicfilmes auf eine höhere Ebene gebracht hat, sondern auch gezeigt das ein Blockbuster auch mehr bieten kann als pure „Hirn aus Unterhaltung“. Doch nun genug davon, jetzt geht es um das Debüt.
Following ist ein überaus cleverer Thriller, der Nolans Genie als Geschichtenerzähler bereits auf großartige Weise aufzeigte, ehe er dieses 2 Jahre später mit seinem Memento perfektionierte. Der Film hat 3 verschiedene Handlungsstränge aufzuweisen, welche allerdings durch die äußere Erscheinung des Hauptdarstellers sehr leicht zu trennen sind.
Etwas von der Story zu verraten käme allerdings einer Todsünde gleich, da der Following vor allem in den letzten Minuten mit einer Wendung nach der anderer aufwartet. Gerade das Ende ist in seiner Boshaftigkeit einfach brillant.
Was die Inszenierung anbetrifft so kann man Nolan ebenfalls keine Vorwürfe machen, klar merkt man der Bildqualität an, das kein Geld da war. Durch die Film Noir typische schwarzweiß Optik ist das allerdings nicht ganz so tragisch. Die Darsteller machen ihren Job ebenfalls überaus gut. Nolans Freunde und Bekannte sind weit über dem Niveau die man bei so einer Produktion erwartet.
Fazit: Was man durch Talent und Willen alles schaffen kann, das zeigt Following. Keine aufwändigen Szenen oder große Sets, nur eine spannende, toll erzählte Geschichte und interessante Charaktere. Wem das zu wenig ist, der sollte den Film meiden. Auch wenn der Blockbuster eigentlich deutlich mehr neue Impulse nötig hat, wenn Sie wieder mal einen Film wie diesen drehen wollen Herr Nolan, ich würde mich freuen. 9/10