Review

iHaveCNit: Eine Liebeserklärung an Christopher Nolan !

Dunkirk steht am 27.07.2017 an und kommt in unsere Kinos. Für mich ist der Film definitiv Pflicht, genauso wie eine Rückschau auf das Werk von Christopher Nolan in seiner Eigenschaft als Regisseur – angefangen bei Following bishin zu Interstellar.

Es gibt kaum einen anderen Regisseur, der durch die Art Filme zu machen mich so beeindruckt und beeinflusst hat wie Christopher Nolan. Der Londoner, der am 30.07. seinen 47.ten Geburtstag feiert sieht das Filmemachen nicht als Beruf, sondern als Lebensaufgabe. Er ist nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor und Produzent bei einem Großteil seiner Filme beschäftigt und genießt damit vollste kreative Freiheit bei seinen Filmen – er ist einer der größten Autorenfilmer Hollywoods zurzeit. Er ist Verfechter des Analogfilms und vehementer Gegner von 3D. Dazu versucht er weitestgehend auf computergenerierte Effekte zu verzichten und handgemachte Effekte zu bevorzugen.

Seine Filme zeichnen sich dadurch aus, dass Sie zum einen intellektuell das Publikum stimulieren und zum Nachdenken anregen dürfen. Der Aufbau seiner Filme ist in den meisten Fällen nonlinear und verschachtelt. Dabei setzt er häufig darauf, den Kampf gegen den inneren Wahnsinn und die Zerissenheit der Hauptcharaktere in den Vordergrund zu stellen – Die Charakterisierung ist schon fast angelehnt an klassische Charaktere des Film Noir, genau wie der Stil seiner Filme. Stilmäßig bewegen sich seine Filme auf einem stilsicherem, ähnlichen Weg. Das verdankt er der Tatsache, mit seinem Bruder Jonathan gemeinsam die Drehbücher zu verfassen, mit seiner Frau Emma Thomas produziert er seit „Batman Begins“ alle seine Filme. Musikalisch ist es entweder David Julyan oder Hans Zimmer. Und Wally Pfister bzw. Hoyte van Hoytema an der Kamera. So bleibt der Stil eines Nolans immer wiedererkennbar und doch bietet jeder Film unglaublich viel zu entdecken. Dabei kann man jeden Film auf ein essentielles Thema herunterbrechen.

Teil 1: Following (1998)

Thema:„Obsession“

Nolans Erstlingswerk kann genau wie der Erstling von Robert Rodriguez „El Mariachi“ ein perfektes Beispiel sein, wie man mit einem geringen vierstelligen Budget einen guten Film zaubern kann. Und auch definitiv Pflicht für kommende Filmemacher, wie man sparsam mit Budgets umgeht. Doch worum geht es hier überhaupt ?

Wir haben den erfolglosen Schriftsteller Bill, der auf der Suche nach neuen Geschichten Leuten folgt. Wie auch den Einbrecher Cobb, der ihn zur Rede stellt und in seine Welt der Einbrüche einführt. Dabei entwickelt Bill vor allem eine Obsession zu einer Frau, die in einer Verbindung zu Cobb steht und Schlüsselfigur in einem perfekten Komplott gegen Bill wird.

Komplett in Schwarz-Weiß gedreht ist dieser Film in seiner Narration eine Herausforderung, die über seine 70 Minuten jedoch human bleibt im Gegensatz zu den folgenden Werken Nolans. Hier baut er seinen narrativen Stil bereits auf, der in den kommenden Jahren zu seinem Markenzeichen wird. Nichtlinear folgen einzelne Szenen aufeinander, bis sie im allerletzten Moment zu einem schlüssigen Ganzen aufgelöst werden. Rein mit diesem Wissen den Film ein zweites Mal zu schauen und hier immer wieder etwas neues zu entdecken, macht den Wiederanschauwert von Following enorm. Mit Freunden und Bekannten zu arbeiten sowie in privaten Wohnungen zu drehen macht es da extrem einfach. Referenzen an kommende Filme, bewusst oder unbewusst sind auch zu entdecken, egal ob es ein Aufhänger an einer Tür oder der Name eines Charakters ist. Entstanden ist ein toller, kleiner, komplexer Thriller mit Film-Noir-Einflüssen, die bereits andeuten, welches Potential im damals 31-jährigen Nolan steckt.

„Following“ - My First Look – 9/10 Punkte.

Details
Ähnliche Filme